Bei russischen Drohnenangriffen in der Ukraine sind am Montag mindestens fünf Menschen getötet worden. In der Gemeinde Snob-Nowhorodske im nordostukrainischen Gebiet Sumy traf ein Drohnenangriff das Haus einer kinderreichen Familie. Ein 13-jähriger Junge, sein Vater und seine Großmutter kamen ums Leben, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Die Mutter und zwei Geschwister im Alter von 10 und 13 Jahren wurden verletzt. Die Ortschaft liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt.
Angriff auf Wohngebiet in Saporischschja
In Saporischschja im Südosten der Ukraine wurde eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow mitteilte. Drei weitere Personen wurden verletzt. Die Drohne schlug in ein Haus in einem Wohngebiet ein und löste einen Brand aus.
Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer
Russland attackierte nach ukrainischen Behördenangaben in der Nacht auch mehrere zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen. Auf einem Schiff unter der Flagge Panamas brach ein Feuer aus, und ein Koch mit ägyptischer Staatsbürgerschaft kam ums Leben, erklärte Vizeregierungschef Olexij Kuleba. Acht Besatzungsmitglieder mussten evakuiert werden. Das Schiff sei nicht mehr seetüchtig gewesen. „Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass Russland weiterhin gegen die Normen des internationalen Seerechts verstößt und eine Bedrohung für die zivile Schifffahrt darstellt“, erklärte die ukrainische Marine auf Telegram.
Krim-Hafenstadt sagt Open-Air-Veranstaltungen ab
Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim verdichten sich die Krisenzeichen. In der Hafenstadt Sewastopol wurden für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt, teilte Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew rief die Bevölkerung zum Stromsparen auf. Zuvor hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel in der bei russischen Touristen beliebten Urlaubsregion geführt.
Moskauer Flughäfen kurzzeitig geschlossen
Wegen des Anflugs zahlreicher Drohnen wurden die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau kurzzeitig geschlossen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte am Montag auf Telegram, es seien 59 Drohnen abgefangen worden. Rettungskräfte seien zu den Absturzstellen entsandt worden. Am frühen Morgen erklärten die russischen Behörden, die Flughäfen seien wieder geöffnet.
Treibstoffverkauf auf der Krim eingestellt
Der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Krim, Sergej Aksjonow, teilte mit, dass der Verkauf von Kraftstoff an Tankstellen eingestellt worden sei. „Kraftstoff wird ausschließlich an öffentliche Einrichtungen abgegeben, die für die kritische Infrastruktur und die Sicherheit der Republik Krim zuständig sind“, fügte Aksjonow hinzu. Die ukrainische Armee hatte zuletzt verstärkt russische Raffinerien, Ölpipelines und Treibstofflager ins Visier genommen. Dem US-Unternehmen Energy Intelligence zufolge konnte die Ukraine mit ihren Attacken ein Drittel der russischen Raffinerie-Kapazitäten lahmlegen.
Krimbrücke gesperrt
Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf der Krim wurden im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet und 28 verletzt, teilte Aksjonow mit. Die Krimbrücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland wurde für den Autoverkehr gesperrt. Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Straße von Kertsch soll getroffen worden sein. Der Fährverkehr zwischen dem Festland und der Krim wurde eingestellt. Die Tourismusindustrie auf der Krim erwartet, dass in diesem Sommer wegen der ukrainischen Angriffe und der Versorgungskrise Millionen von Urlaubern wegbleiben.



