Grippeausbruch bei US-Militär nach Abschaffung der Impfpflicht
Grippeausbruch bei US-Militär nach Impfpflicht-Aus

Grippeausbruch auf US-Luftwaffenstützpunkt nach Impfpflicht-Abschaffung

Knapp zwei Monate, nachdem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die verpflichtende Grippeschutzimpfung für Soldaten abgeschafft hat, ist es auf einem texanischen Luftwaffenstützpunkt zu einem Grippeausbruch gekommen. Dies berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf das US-Militär. Laut informierten Quellen seien rund 160 Soldaten erkrankt. Offiziell spricht das Militär lediglich von einem „lokal begrenzten Grippeausbruch“.

Hintergrund der Impfpflicht-Abschaffung

Brisant ist der Fall, weil das Pentagon erst im April die verpflichtende Grippeschutzimpfung für Soldaten abgeschafft hatte, unter anderem aus religiösen Gründen. Pentagon-Chef Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet, hatte damit eine nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte und unter republikanischen wie demokratischen Regierungen jahrzehntelang gepflegte Regel gekippt. „Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen sind nicht verhandelbar“, betonte er damals in einer Videobotschaft an die Truppe.

Unklare Impfstatus der Erkrankten

Ob die Erkrankten geimpft sind, war laut US-Medien zunächst unklar. Zudem werde geprüft, ob der Tod eines Rekruten mit dem Ausbruch zusammenhänge. Laut „New York Times“ hat die Luftwaffe inzwischen für Rekruten auf dem Luftwaffenstützpunkt Lackland wieder eine Impfpflicht eingeführt. Ob diese Regelung bereits in Kraft sei, ist laut „Washington Post“ aber unklar.

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Kritik am Impfkurs der US-Regierung

Kritiker hatten die Lockerung der Impfpflicht im Militär als Fehler bezeichnet und gewarnt, sie könne die Einsatzbereitschaft beeinträchtigen, da sich Krankheiten in eng zusammenlebenden Einheiten schnell ausbreiten könnten. US-Militärangehörige müssen sich der „New York Times“ zufolge nach wie vor gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Polio impfen lassen. Weitere Impfungen, wie beispielsweise die Anthrax-Impfung, könnten je nach Risiko und militärischer Funktion vorgeschrieben sein, so die Zeitung.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump hat die US-Regierung mehrfach wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfungen in Abrede gestellt. Besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zieht die Sinnhaftigkeit von Impfungen in Zweifel. Er stellte einen – von Forschern widerlegten – Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her und riet lange von Spritzen gegen Masern ab. Als die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten schnellte, bezeichnete er Impfungen dann doch als effektivstes Mittel zur Eindämmung der Epidemie.

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