Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hat angesichts neuer Angriffe eine eindringliche Warnung an Schiffe ausgesprochen, die Straße von Hormus zu passieren. Generalsekretär Arsenio Dominguez rief alle Flaggenstaaten, Betreiber und Behörden dazu auf, Seeleute keiner unnötigen Gefahr auszusetzen. „Solange der Schutz und die Sicherheit von Besatzungen nicht garantiert werden können, sollten sie die Meerenge nicht durchqueren“, erklärte Dominguez.
Angriffe auf Schiffe verurteilt
Die Angriffe auf mehrere Schiffe in den vergangenen beiden Tagen verurteilte der IMO-Chef scharf. „Kein Seemann sollte sein Leben riskieren müssen, um einfach seine Arbeit zu machen“, sagte er. Die Lage sei volatil. Er rief alle beteiligten Staaten zu maximaler Zurückhaltung und sofortiger Deeskalation auf, um Schiffen die Abreise zu ermöglichen.
Der IMO zufolge sitzen durch die wochenlange Blockade der Meerenge weiterhin knapp 6.000 Seeleute in der Region fest. Die Blockade hat die Schifffahrt durch eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt weitgehend zum Erliegen gebracht.
Hintergrund: Eskalation zwischen USA und Iran
US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich eine Vereinbarung zwischen Washington und Teheran, mit der die Kampfhandlungen vorübergehend beendet wurden, für gescheitert erklärt. Als Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus griff das US-Militär seit der Nacht auf Mittwoch Dutzende Ziele im Iran an. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft.
Irans Streitkräfte beschossen daraufhin US-Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Die Zukunft weiterer Verhandlungen bleibt unklar. Die Spannungen in der Region haben sich damit weiter verschärft.



