Islamismus-Debatte in Neukölln: Polizeischutz für Seyran Ateş
Islamismus-Debatte in Neukölln: Polizeischutz für Seyran Ateş

Am Freitag fand im Rathaus Neukölln eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Islamismus statt. Rund 150 Gäste waren gekommen, um den Ausführungen von Fachleuten zu folgen. Dabei geriet auch SPD-Fraktionschef Raed Saleh in den Fokus, der wegen seiner Kontakte zu muslimischen Funktionären kritisiert wird.

Polizeischutz für Seyran Ateş

Die Veranstaltung stand unter dem Eindruck erhöhter Sicherheitsvorkehrungen. Personenschützer begleiteten Seyran Ateş, die eine liberale Moschee in Moabit gegründet hat. Als Frauenrechtlerin drohen ihr radikale Muslime seit Jahrzehnten mit dem Tod. Die Polizei war präsent, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Diskussion über die Muslimbruderschaft in Berlin

Der Journalist Sascha Adamek, der kürzlich in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ zum politischen Islam sprach, führte durch die Thematik. Er beleuchtete das Netzwerk aus Moscheen, Vereinen und Kontakten namhafter Muslimbrüder in Katar sowie zu Raed Saleh. Der SPD-Fraktionschef weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Fotos mit Islamisten zufällig entstanden seien.

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Kontroverse um die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS)

Ein weiterer Schwerpunkt war die NBS-Moschee, die einst im Verfassungsschutzbericht auftauchte. Der Vorwurf lautete, es handele sich um legalistische Islamisten aus dem Muslimbruder-Umfeld. Die NBS klagte erfolgreich gegen die Erwähnung, doch Adamek gab zu bedenken, dass sich die Ideologie nicht geändert habe.

Podium mit Politikern und Experten

Auf dem Podium saßen Berlins Staatssekretär Aziz Bozkurt (SPD) und Neuköllns Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt (CDU). Grüne und Linke waren angefragt, konnten sich aber nicht rechtzeitig auf Vertreter einigen. Bozkurt verteidigte Saleh und wies auf die langjährigen Kontakte von CDU-Politikern zu den Grauen Wölfen hin. Rehfeldt warnte vor der Strategie der Muslimbrüder, die als legalistische Fanatiker agierten.

Beiträge aus dem Publikum

Ex-Pfarrer Martin Germer sprach sich für eine Rehabilitierung der NBS aus und warf dem Podium vor, mit Schablonen zu arbeiten. Seyran Ateş betonte, dass Kritik am Islamismus oft als Rassismus abgestempelt werde. Die Diskussionsteilnehmer stellten klar, dass es nicht um alle Muslime gehe, sondern um politisch orientierte, reaktionäre Strömungen.

Ein Islam-Influencer warf den Experten Lügen vor und stellte die Frage, ob man in Deutschland hinter dem Grundgesetz stehen müsse. Die Polizei musste jedoch nicht eingreifen. Die Veranstaltung zeigte die tiefe Polarisierung in der Debatte um den politischen Islam in Berlin.

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