Bei dem nächtlichen russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih ist Insidern zufolge wahrscheinlich eine nordkoreanische Rakete eingesetzt worden. Dies wäre das erste Mal seit fast einem Jahr, dass eine solche Waffe in diesem Krieg abgefeuert wurde. Bei dem Angriff kam eine Familie ums Leben. Russland habe zwar bereits zuvor nordkoreanische Raketen auf ukrainische Ziele abgefeuert, so einer der Insider, doch ihr Einsatz nach einer langen Pause deute darauf hin, dass Moskau über neue Waffenvorräte verfüge, auf die es bei verstärkten Angriffen zurückgreifen könne.
EU erschwert Flucht ukrainischer Männer
Die Europäische Union erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg. Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen Mitgliedsländern künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten mitteilte. Dieser Schritt soll die Mobilisierung in der Ukraine unterstützen.
Ukraine greift Sonnenblumenöl-Terminal an
Die Ukraine hat Insidern zufolge das Export-Terminal für Sonnenblumenöl im Hafen Taman attackiert. Die Anlage gehört dem russischen Agrar- und Lebensmittelverarbeitungskonzern Efko. Einem der Insider zufolge ist der Schaden nicht groß. Efko lehnte eine Stellungnahme ab. Zuvor war bereits das Getreide-Terminal in Taman angegriffen worden, bei dem es erhebliche Schäden gab. Die russische Staatsanwaltschaft bestätigte einen Drohnenangriff auf den Hafen.
Polen: Flugobjekt war wahrscheinlich russische Rakete
Das in Polen abgestürzte Flugobjekt ist nach Einschätzung der Regierung in Warschau wahrscheinlich eine russische Rakete. „Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen“, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk in Lublin. „Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre.“ Der Vorfall alarmierte die Nato. Generalsekretär Mark Rutte betonte die Solidarität mit Polen und die Stärkung der Verteidigungsbereitschaft. Zwei polnische F-16-Kampfjets, ein Nato-Tankflugzeug und ein Frühwarnflugzeug wurden alarmiert.
Bei den massiven russischen Angriffen auf die Ukraine in der Nacht starben mindestens acht Menschen. In Krywyj Rih traf eine Rakete das Wohnhaus einer Großfamilie; dort gab es sechs Tote, darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren, sowie acht Verletzte. Aus Kiew und Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. In Lwiw wurden 15 Menschen verletzt, als ein Raketenangriff Gebäude unter Trümmern begrub.
Internationale Reaktionen und militärische Entwicklungen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Raketeneinschlag in Polen als inakzeptable Luftraumverletzung. Man helfe der Ukraine auf jede erdenkliche Weise, diesen Krieg zu gewinnen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Angriffe scharf: „Unsere Unterstützung für die Ukraine und unsere Verbündeten ist unerschütterlich.“
Das ukrainische Militär meldete zudem Angriffe auf vier russische Tanker im Schwarzen und Asowschen Meer. Der Kommandeur der Drohneneinheiten, Robert Browdi, teilte auf Telegram mit, dass innerhalb von drei Wochen insgesamt 205 Tanker getroffen wurden – 130 im Asowschen und 75 im Schwarzen Meer. Zudem griff die Ukraine erneut Logistikzentren des russischen Online-Händlers Wildberries an. In der Region Pensa wurde ein Lager in Brand gesetzt, ein Verletzter und 200 Evakuierte wurden gemeldet. Die Sberbank erwägt wegen der Angriffe eine höhere Risikovorsorge, da rund 300 Unternehmen eine Umschuldung beantragt haben.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor einem neuen russischen Luftschlag und stellte einen Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew in Aussicht. Er bemühe sich vor dem Winter um 300 Patriot-Luftabwehrraketen. Trump habe zugesagt, der Ukraine Lizenzen zur Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen.



