Polizei ärgert Mocro-Mafia-Boss: „Pummeliger Jos“ verliert 30 Tonnen Koks
Polizei ärgert Mocro-Mafia-Boss: „Pummeliger Jos“ verliert 30 Tonnen Koks

Die spanische Guardia Civil hat einen schweren Schlag gegen die Drogenkartelle in Europa geführt. Am 1. Mai stoppte die Polizei vor der westafrikanischen Küste den Frachter „Arconian“ und lenkte ihn in den Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria. An Bord fanden die Beamten 30 Tonnen Kokain. Nun ist bekannt geworden, dass hinter dem Mega-Deal der niederländische Rauschgifthändler und Mocro-Mafia-Boss Joseph „Jos“ Leijdekkers (34) steckt – einer der meistgesuchten Kriminellen Europas.

Die Hintergründe des Fundes

Laut einem spanischen Gerichtsdokument startete das Drogenschiff „Arconian“ seine Reise in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Die spanischen Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass die Lieferung von Leijdekkers, auch bekannt als „Bolle Jos“ („Pummeliger Jos“), organisiert wurde. Der Niederländer steht auf der Fahndungsliste der meistgesuchten Personen der Europäischen Union und unterhält einen Stützpunkt in Sierra Leone.

Leijdekkers als Schlüsselfigur im Kokainhandel

„Er (Leijdekkers) ist derjenige, der die Operation (angeblich) eingefädelt hat“, sagte Oberstleutnant Oscar Remacha, Leiter der Abteilung für die Bekämpfung des Drogenhandels bei der Guardia Civil. Und weiter: „Er hatte diese 30 Tonnen in Sierra Leone gelagert, organisierte den Transport und lieferte die Drogen.“ Das westafrikanische Land ist in den vergangenen Jahren zu einer Drehscheibe des Kokainhandels zwischen Lateinamerika und Europa geworden. Leijdekkers zählt zu den Schlüsselfiguren in diesem Netzwerk.

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Die Verbindung zur Präsidentenfamilie

Für Oberstleutnant Remacha ist klar, dass Leijdekkers offenbar „völlige Straffreiheit und absolutes Selbstvertrauen“ bei der Steuerung von Schmuggel-Operationen aus Sierra Leone heraus genieße. Vor der dortigen Polizei muss er keine Befürchtungen haben. Der Grund: Leijdekkers soll mit der Tochter von Staatspräsident Julius Maada Bio (62) verheiratet sein. Diese Verbindung verschafft ihm offenbar Schutz und Einfluss.

Der Plan der Drogenlieferung

Obwohl der Frachter „Arconian“, der unter der Flagge des Inselstaates der Komoren unterwegs war, offiziell den Hafen von Bengasi (Libyen) ansteuern sollte, bestand der eigentliche Plan den Behörden zufolge darin, sich auf hoher See mit Schnellbooten zu treffen. Diese sollten die mehr als 1000 Pakete mit Kokain im Wert von 812 Millionen Euro übernehmen und an die spanische Küste bringen. Zur Sicherung des Transports waren offenbar auch bewaffnete Wachen an Bord, die die Drogen vor Angriffen von Konkurrenten schützen sollten.

Belohnung und Fahndung

Die Niederlande haben eine Belohnung von 200.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme von Leijdekkers führen. Ein niederländisches Gericht verurteilte ihn 2024 in Abwesenheit zu 24 Jahren Haft wegen Drogenhandels, bewaffneten Raubüberfalls und der Anordnung eines Mordes. Bisher hat sich jedoch niemand gemeldet, um die Belohnung zu kassieren. Die Angst vor der Rache der Mocro-Mafia ist offenbar zu groß, oder Leijdekkers ist in Freiheit eine bessere Geldquelle.

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