Ukraine-Krieg: Putin räumt Treibstoffprobleme durch Angriffe ein
Putin räumt Treibstoffprobleme durch ukrainische Angriffe ein

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Wochenende erstmals öffentlich eingeräumt, dass die Treibstoffversorgung in Russland durch ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien beeinträchtigt wird. Die Eingeständnis erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Engpässe an Tankstellen in mehreren Regionen des Landes.

Hintergrund der Treibstoffkrise

Nach Angaben von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow seien die Probleme auf „gezielte Angriffe des Kiewer Regimes auf unsere Raffineriekapazitäten“ zurückzuführen. Seit Beginn des Jahres 2026 haben ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe mindestens sieben große Raffinerien in Russland getroffen oder beschädigt, darunter Anlagen in Rjasan, Nischni Nowgorod und Krasnodar. Laut russischen Energieministerium fiel die Rohölverarbeitung im Mai 2026 um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft

Die Engpässe sind in den vergangenen Wochen spürbar geworden: In Moskau und Sankt Petersburg kam es zu langen Schlangen an Tankstellen, einige Stationen mussten den Verkauf von Benzin und Diesel rationieren. In ländlichen Gebieten berichten lokale Medien von zeitweiligen Schließungen. Der russische Automobilclub „Vereinigung der Autofahrer Russlands“ schätzt, dass rund 15 Prozent der Tankstellen im Land zeitweise kein Benzin oder Diesel anbieten konnten. Landwirte warnen vor Ernteausfällen, da Treibstoff für Traktoren und Erntemaschinen knapp wird. Der Gouverneur der Region Rostow, Wassili Golubew, erklärte: „Die Treibstoffversorgung ist kritisch. Wenn sich die Lage nicht bessert, drohen Ernteverzögerungen mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Putins Reaktion und Gegenmaßnahmen

Putin räumte die Schwierigkeiten in einer Rede vor Vertretern der Energiewirtschaft ein: „Ja, wir haben Probleme bei der Treibstoffversorgung. Die Angriffe auf unsere Raffinerien sind schmerzhaft, aber wir arbeiten daran, die Schäden zu beheben und die Produktion zu steigern.“ Er ordnete an, die Treibstoffexporte vorübergehend zu drosseln, um den Inlandsmarkt zu stabilisieren. Zudem sollen Reparaturteams rund um die Uhr arbeiten, um beschädigte Anlagen schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen. Analysten bezweifeln jedoch, dass dies kurzfristig ausreicht: Der Energieexperte Michail Krutichin von der Moskauer Energieagentur sagte dem Handelsblatt: „Selbst wenn die Reparaturen wie geplant verlaufen, wird es Monate dauern, bis die Raffinerien wieder ihre volle Kapazität erreichen. Die Engpässe werden bis zum Herbst anhalten.“

Internationale Reaktionen

Die Ukraine kommentierte Putins Eingeständnis mit Genugtuung. Ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums erklärte: „Dies zeigt, dass unsere Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur Wirkung zeigen. Wir werden diesen Druck aufrechterhalten, bis der Krieg endet.“ Westliche Beobachter sehen in der Treibstoffkrise einen weiteren Riss in der russischen Kriegswirtschaft. Die EU-Kommission betonte, die Sanktionen gegen Russland blieben in Kraft und erschwerten die Beschaffung von Ersatzteilen für die Raffinerien.

Ausblick

Die Treibstoffversorgung in Russland bleibt angespannt. Experten rechnen damit, dass die Preise an den Tankstellen weiter steigen werden. Die Regierung in Moskau hat bereits Preisdeckelungen für Benzin und Diesel verhängt, um soziale Unruhen zu vermeiden. Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist fraglich. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Reparaturen an den Raffinerien schnell genug vorankommen, um die Versorgung zu sichern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration