Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen getötet worden. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen, dass bei einem Angriff in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes fünf Menschen ums Leben kamen, darunter ein Kind, eine Frau und zwei ältere Menschen. In der Nähe der südlichen Küstenstadt Tyrus wurden zwei Palästinenser getötet. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.
Israelische Bodentruppen überwachen strategischen Hügel
Laut libanesischen Sicherheitskreisen überwachen israelische Bodentruppen einen strategisch wichtigen Hügel nahe der Stadt Nabatija genau, auch wenn sie dort noch nicht die Kontrolle übernommen haben. Die Hisbollah soll hier mehrere Tunnel und Höhlen nutzen, in denen sich auch Hisbollah-Kämpfer und Kommandeure der iranischen Revolutionsgarde verstecken sollen. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete dagegen, die Armee kontrolliere das Gebiet bereits. Dort befinde sich eine befestigte unterirdische Anlage, die mit iranischer Unterstützung errichtet wurde und als eines der wichtigsten Kommando- und Kontrollzentren der Hisbollah im Südlibanon gilt. Dutzende Hisbollah-Kämpfer seien dort eingeschlossen.
Vance und Sharif in der Schweiz eingetroffen
Sowohl die US-Delegation um Vizepräsident J.D. Vance als auch die pakistanischen Vertreter um Ministerpräsident Sharif sind in der Schweiz eingetroffen, um an den Verhandlungen mit dem Iran teilzunehmen. Pakistan gilt als wichtigster Vermittler in dem Konflikt. Die Gespräche sollen am Sonntag auf dem Bürgenstock stattfinden, wie das pakistanische Außenministerium mitteilte. An den Gesprächen werden auch Vertreter Katars teilnehmen. Die Delegation werde die Einhaltung der Verpflichtungen durch die USA einfordern, erklärte der Sprecher. Der Iran habe sich an die Verpflichtungen der Absichtserklärung gehalten. Die USA seien verpflichtet, Israel zur Beendigung seiner Angriffe auf den Libanon zu bewegen.
IS bekennt sich zu erneutem Anschlag in Syrien
Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu einem erneuten Anschlag in Syrien bekannt. Dabei gehe es um einen Anschlag in der Nähe der Stadt Manbidsch in der nordöstlichen syrischen Provinz Aleppo, teilte die Gruppe am Samstag auf Telegram mit. Das syrische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, in Aleppo seien zwei Soldaten von unbekannten Angreifern getötet worden. Erst vor wenigen Tagen hatte sich der IS zu einem Anschlag auf einen Ableger des syrischen Innenministeriums bekannt, bei dem am Montag ein Mensch getötet worden war.
Trump schlägt Hormus-Mautgebühren vor
US-Präsident Donald Trump brachte die Erhebung von US-Mautgebühren für die Straße von Hormus ins Gespräch. Während der Waffenruhe mit dem Iran würden in der Straße von Hormus 60 Tage lang keine Mautgebühren erhoben und auch danach nicht, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er schränkte jedoch ein: „Es sei denn, sie (die Mautgebühren) werden von den Vereinigten Staaten von Amerika und zu deren Gunsten erhoben, falls die Vereinbarung nicht zustande kommt – und zwar für Dienstleistungen, die sie als ‚Schutzengel‘ der Länder des Nahen Ostens erbracht haben, zum Zwecke der Erstattung von Kosten in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“
Libanon meldet mehr als 4000 Tote durch israelischen Feldzug
Die Zahl der Todesopfer des israelischen Feldzugs gegen die Hisbollah-Miliz ist nach libanesischen Angaben auf mehr als 4000 gestiegen. Das gab das libanesische Gesundheitsministerium am Samstag bekannt, nachdem sich Israel und die Hisbollah erneut heftig beschossen hatten. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete mindestens 16 Tote, nach 47 Todesopfern am Freitag. Die schiitische Hisbollah hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive im Südlibanon, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums Tausende getötet oder verletzt wurden. Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.
Bundesregierung fordert Einhaltung der Waffenruhe
Die Bundesregierung hat alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg aufgerufen. Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen über die Waffenruhe mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.
Hisbollah greift israelische Truppen nahe Nabatija an
Die radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben israelische Truppen im Süden des Libanons angegriffen. Diese seien in der Nacht in Richtung eines Gebietes nahe der Stadt Nabatija vorgerückt, erklärte die mit dem Iran verbündete Miliz. Sie werde sich zwar an die seit Freitagnachmittag geltende Waffenruhe halten, werde aber nicht zögern, jeden Versuch Israels, Territorium im Libanon zu erobern, zu bekämpfen. Nabatija gilt als Hochburg der Hisbollah. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, bei israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon seien mittlerweile mindestens 16 Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Kinder. Das israelische Militär hält nach eigener Darstellung an der Waffenruhe mit der Hisbollah-Miliz im Libanon fest. Man werde aber auch künftig gegen jede Bedrohung Israels und seiner Streitkräfte vorgehen, teilte das Militär mit.
Top-Ökonomin dämpft Erwartungen an Friedenskurs
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnte vor zu viel Hoffnung auf eine Besserung der deutschen Konjunktur im Zuge der Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Sie sei skeptisch, ob eine Vereinbarung auch wirklich halte, sagte Schnitzer in einem Interview des „Spiegel“. Euphorie sei deshalb nicht angesagt. „Man kann nur froh sein, wenn die Wirtschaft nicht einen noch größeren Schaden nimmt als bisher schon.“
Weitere Entwicklungen
Das US-Militär ist nach eigenen Angaben weiterhin wachsam, um die Einhaltung des Abkommens mit dem Iran sicherzustellen. Am Samstag hätten 55 Handelsschiffe die Straße von Hormus passiert, damit habe der Verkehr dort zugenommen. Mehr als 17 Millionen Barrel Öl seien durch die Meerenge transportiert worden. Die israelische Armee stellt Berichten zufolge ihre Angriffe im Libanon außerhalb einer von ihr einseitig ausgerufenen „Sicherheitszone“ ein. Innerhalb dieser Zone setze das Militär die Einsätze jedoch fort, um unter anderem ein großes Tunnelsystem der Hisbollah zu bekämpfen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Zone als Barriere zwischen der Hisbollah und den Gemeinden in Nordisrael bezeichnet. Die libanesische Regierung stuft das Areal als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.



