Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben Moskau mit mehr als 400 Drohnen ins Visier genommen. Seit Montagabend seien von der Ukraine rund 430 Drohnen Richtung Moskau gestartet worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, am Dienstagmorgen auf Onlinenetzwerken wie Telegram. „Die meisten wurden von der Flugabwehr bereits in großer Entfernung neutralisiert“, so Sobjanin. 36 weitere seien demnach beim Anflug auf Moskau zerstört worden.
Angriff vor Nato-Gipfel in der Türkei
Die neuen Angriffe in der Nacht zum Dienstag erfolgten kurz vor Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei. Zu dem Treffen ist auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeladen. Bei den Beratungen der Militärallianz soll es auch um die weitere Unterstützung für Kyjiw gehen. Der Gipfel dürfe nicht nur „leere Worte“ hervorbringen, sondern mehr Schutz für die Ukraine, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Montag.
Ukraine beklagt Mangel an Patriot-Munition
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf Ziele in Russland weit hinter der Front intensiviert. Am Montag waren mehrere Tausend Kilometer weit in russisches Gebiet vorgedrungen und hatten eine Raffinerie in der sibirischen Stadt Omsk angegriffen. Kurz darauf wurde auch in Nowosibirsk, über 3000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, erstmals Drohnenalarm ausgelöst. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine die Erdölproduktion in Russland empfindlich getroffen.
Einziger Schwachpunkt der Ukraine im Luftkrieg gegen Russland sei die Abwehr ballistischer Raketen, sagte Selenskyj. Er hatte in den vergangenen Wochen wiederholt einen kritischen Mangel an Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme beklagt. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands ballistische Raketen. Selenskyj deutete an, dass die Ukraine selbst Patriot-Raketen herstellen könne. Dafür bräuchte sie allerdings die Lizenzen und Zustimmung der USA. Unterdessen hat der US-Krieg gegen Iran die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter verknappt.



