Nach Trumps Drohung: US-Militär greift erneut iranische Ziele an – Raketen auf Kuwait und Bahrain
US-Militär greift erneut iranische Ziele an – Raketen auf Kuwait und Bahrain

Nach den neuen US-Attacken auf den Iran haben die Truppen Teherans offenbar die Golfstaaten Bahrain und Kuwait angegriffen, in denen US-Truppen stationiert sind. Die kuwaitische Armee erklärte am Donnerstagmorgen im Onlinedienst X, dass sie „feindliche Raketen- und Drohnen-Attacken“ abwehre. Möglicherweise zu hörende Explosionen seien „Folge der Abwehr feindlicher Angriffe durch Luftverteidigungssysteme“. In Bahrain waren derweil nach Angaben eines AFP-Korrespondenten mehrere Explosionen zu hören. Kurz zuvor ertönten Luftalarm-Sirenen. Das Innenministerium rief die Einwohner auf, Schutzräume aufzusuchen.

US-Streitkräfte greifen erneut iranische Ziele an

Das US-Militär hat nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom neue Angriffe auf den Iran geflogen. Die Einsätze zielen Centcom zufolge darauf ab, die Fähigkeiten des Iran zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen, teilte das Kommando auf der Plattform X mit. Die USA zögen den Iran für die jüngsten ungerechtfertigten Aggressionen gegen die Handelsschifffahrt und zivile Besatzungen in einer wichtigen internationalen Wasserstraße zur Rechenschaft. Nähere Angaben zum Ziel der Angriffe machte das Militär nicht. US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Angriffe zuvor in Aussicht gestellt. Das US-Militär habe den Iran „hart getroffen“ und „wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen“, sagte er. Er glaube trotzdem daran, dass der Konflikt zeitnah wieder beigelegt werde. Bereits am Vortag hatte Centcom nach eigenen Angaben über 80 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet. Die Streitkräfte hätten unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus getroffen.

Berichte: USA greifen Eisenbahnbrücke im Iran an

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge in der Nacht auch eine Eisenbahnbrücke im Nordosten des Irans bombardiert. Mehrere Geschosse hätten die in der Provinz Golestan gelegene Brücke getroffen, berichtete der Staatssender Irib auf der Plattform X. Nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV ist es der erste Angriff in der Region seit Beginn der Waffenruhe im April. Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, dass im Zuge der erneuten Angriffswelle des US-Militärs zwei Eisenbahnbrücken im Iran bombardiert worden seien.

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Trump: Iran will weiterhin „unbedingt“ ein Abkommen

Der Iran will nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, behauptete Trump auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel nach Washington. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden. Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind.“ Eine Bestätigung aus dem Iran lag zunächst nicht vor. Trump berichtet immer wieder von Gesprächen oder Telefonaten, die im Nachgang von den Gesprächspartnern ganz oder teilweise bestritten werden.

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Eskalation im Iran-Krieg: Debatte über Rückholung von Bundeswehr-Schiffen

Angesichts der neuen Eskalation im Iran-Krieg wird über eine Rückholung der beiden in die Region entsandten Bundeswehr-Schiffe diskutiert. Sie könne sich „nicht vorstellen, dass man die Schiffe in dieser Lage länger vor Ort auf ein Wunder warten lässt“, sagte die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie rechne damit, dass die Besatzungen der beiden Schiffe „den Sommer in Deutschland verbringen dürfen“. Die Besatzungen der Bundeswehr-Schiffe „Fulda“ und „Mosel“ müssten im September sowieso nach Deutschland zurückkehren, führte Nanni aus. Und bis dahin werde es ihrer Einschätzung nach „keine tragfähige Vereinbarung oder ein verantwortliches Mandat des Bundestags“ für einen weiteren Einsatz geben können. Auch aus den Koalitionsfraktionen wurden entsprechende Überlegungen geäußert: Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetović, hält eine Rückverlegung der Schiffe für möglich. Es zeige sich, dass die Iran-Waffenruhe äußerst fragil sei, sagte er den RND-Zeitungen. Die Haltung der Koalitionsfraktionen, vorerst keine Bundeswehrmission zu verabschieden, sei daher richtig gewesen. „Wie es mit unseren beiden Schiffen weitergeht, muss täglich an die Sicherheitslage vor Ort geknüpft werden“, sagte Ahmetović. „Alle Optionen - also auch ein Abzug von “Mosel„ und “Fulda„ - müssen auf den Tisch.“ Das Minenjagdboot „Fulda“ sowie das Versorgungsschiff „Mosel“ der Bundeswehr sind derzeit in der Region. Sie warten auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus für eine sichere Handelsschifffahrt. Als Bedingung für einen solchen Einsatz gelten aber eine belastbare Waffenruhe sowie die Zustimmung Teherans - beides scheint derzeit nicht in Sicht.

Deutsche Außenpolitiker warnen vor Folgen neuer Eskalation zwischen USA und Iran

Nach dem jüngsten Bruch der Waffenruhe zwischen USA und Iran erwarten Außenpolitiker von Regierung und Opposition, dass der Konflikt noch lange mit weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft anhält. Es sei kein Ende der Unsicherheit und Unberechenbarkeit im Nahen Osten zu erwarten, sagte der CDU-Politiker Norbert Röttgen der „Augsburger Allgemeinen“. Dies habe nicht nur erhebliche negative Folgen in der Region, sondern auch „für unsere Wirtschaft und Sicherheit“. Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter sagte der Zeitung: „Wir müssen uns auf einen lang anhaltenden Konflikt und dauerhaft hohe Ölpreise einstellen.“ Die Auseinandersetzung sei „noch lange nicht beigelegt“.

Trump meidet auf Rückflug vom Nato-Gipfel Air Force One aus Katar

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Rückflug vom Nato-Gipfel in der Türkei überraschend auf den neuen Luxusflieger aus Katar verzichtet, mit dem er angereist war. Stattdessen hob Trump am Mittwoch mit einer Ausweichmaschine seiner alten Air-Force-One-Flotte aus Ankara ab, wie Journalisten an Bord mitteilten. Dies nährte Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden. Trump sagte am Rande des Nato-Gipfels, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“, sagte er zu Journalisten, die ihn fragten, ob er wegen der Drohungen auf den neuen Präsidentenflieger verzichte. „Wir wollen den Kopf von Trump“, hatten regimetreue Iraner erst am Montag bei dem Trauerzug für den obersten Anführer Ayatollah Ali Chamenei gerufen, der zu Beginn der US-israelischen Angriffe auf Teheran Ende Februar getötet worden war. Trump seinerseits nannte die neue iranische Führung am Rande des Nato-Gipfels „Abschaum“ und erklärte die Waffenruhe für beendet. Zudem kündigte er neue US-Angriffe auf iranische Ziele an. Zuvor waren mehrere Tanker in der Straße von Hormus getroffen worden, wofür Washington den Iran verantwortlich macht. Nach Trumps Angaben flog die Maschine aus Katar nach dem Nato-Gipfel zunächst ohne ihn nach Großbritannien. Dort stationierte US-Soldaten sollten sich den „wirklich großartigen“ Flieger anschauen, sagte der Präsident. Über das Geschenk Katars im Wert von 400 Millionen Dollar wird in den Vereinigten Staaten diskutiert, seit es im Mai 2025 bekannt wurde. Trump nutzte die luxuriös ausgestattete Boeing 747 beim Hinflug zum Nato-Gipfel erstmals auf einer Auslandsreise. Anfang Juli hatte er sie auf einem Inlandsflug in den USA in Dienst genommen. Von Anfang an hatte es Sicherheitsbedenken gegeben, weil Katar in der Vergangenheit islamistische Gruppen wie die Hamas unterstützte, die Opposition warf Trump zudem Bestechlichkeit vor. Der Präsident wischte die Kritik jedoch zur Seite und bezeichnete die Maschine als „fliegendes Weißes Haus“ und als „das luxuriöseste Flugzeug der Welt“. Vor der Inbetriebnahme durch Trump war der Flieger nach seinen Worten sicherheitstechnisch „auf präsidiales Niveau“ aufgerüstet worden.

Guterres warnt vor „katastrophalen Folgen“ erneuter Kämpfe mit Iran

Vor dem Hintergrund einer drohenden neuen Eskalation im Iran-Konflikt hat UN-Generalsekretär António Guterres zu Zurückhaltung aufgerufen. „Der Generalsekretär bekräftigt erneut, dass eine Rückkehr zu umfassenden Feindseligkeiten katastrophale Folgen hätte – für die Menschen in der Region, für den internationalen Frieden und die Sicherheit sowie für die Weltwirtschaft“, ließ Guterres über seinen Sprecher Stéphane Dujarric in New York mitteilen. „Der Generalsekretär fordert den Iran und die Vereinigten Staaten nachdrücklich auf, die Verhandlungen umgehend wieder aufzunehmen und offene Fragen auf diplomatischem Wege zu klären.“

Waffenruhe im Iran wohl vorbei – Dax sackt ab

Die aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendete Waffenruhe im Iran-Krieg hat den Dax stark belastet. Nachdem die Rekordjagd bereits am Montag mit dem Test der 25.900er-Marke abgebrochen worden war, ging es wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Letztlich stand beim Dax ein Minus von 2,23 Prozent auf 24.897,45 Zähler zu Buche. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, sackte um 3,40 Prozent auf 31.516,35 Zähler ab. „Der Iran-Konflikt könnte wieder zum Taktgeber für die Risikobereitschaft der Anleger werden“, kommentierte Marktanalyst Timo Emden die Verluste. „Was zuletzt wie ein Hintergrundrisiko wirkte, rückt nun wieder ins Rampenlicht und zwingt Anleger, die geopolitische Risikokarte neu zu bewerten.“ Auslöser war, dass Trump die Waffenruhe im Iran-Krieg für beendet erklärt hatte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf den Golfstaat Bahrain gekommen war. Die Ölpreise zogen kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinserhöhungen der Notenbanken wieder präsent sind.

Macron setzt weiter auf Gespräche im Iran-Konflikt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht trotz der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg die Diplomatie und das ausgehandelte Rahmenabkommen mit den USA noch nicht am Ende. Er glaube, dass durch die iranischen Angriffe, die dann zur Reaktion der USA geführt hätten, ein Verstoß gegen dieses Abkommen vorliege, sagte Macron am Rande des Nato-Gipfels in Ankara. „Meiner Meinung nach handeln die Iraner falsch, wenn sie diese Luftangriffe durchführen, die gegen das verstoßen, was sie selbst unterzeichnet haben – ein Abkommen, das in Islamabad ausgearbeitet und in Luzern unterzeichnet wurde“, sagte Macron. Man befinde sich aber noch immer innerhalb der in dem Abkommen vereinbarten 60-Tage-Frist, innerhalb der ein endgültiger Deal ausgehandelt werden soll. „Meines Wissens werden die in diesem Rahmen vorgesehenen Treffen weiterhin stattfinden, und wir müssen mit viel Gelassenheit, Besonnenheit und Geduld voranschreiten.“ Aus Sicht von US-Präsident Donald Trump ist die Waffenruhe allerdings beendet. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump während des Nato-Gipfels.

Experte attestiert dem Iran klare Strategie bei Straße von Hormus

Der Nahostexperte Guido Steinberg sieht hinter den iranischen Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus eine klare Strategie. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich da um Fehler handelt“, sagte der Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik der „Tagesschau“. Teheran wolle erzwingen, dass sich Schiffe bei einer Durchquerung der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Meerenge mit dem Iran abstimmen. Der Iran wolle die Kontrolle über die Straße von Hormus zementieren, „obwohl die Straße eigentlich offen sein soll“. Äußerungen von US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel in Ankara, wonach die Waffenruhe mit dem Iran aus seiner Sicht beendet sei, ändern nach Einschätzung von Steinberg nichts an der prinzipiellen Situation. „Diese Äußerung hört sich schon etwas mehr nach einem Ende der Verhandlungen an. Allerdings hat der US-Präsident in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, dass er selbst nicht so ganz genau weiß, was er denn eigentlich erreichen will“, sagte der Nahostexperte. Die USA hätten immer wieder auf Verhandlungen gesetzt, gleichzeitig Militärschläge angeordnet. Das Wiedereinsetzen der Sanktionen „wird die iranische Seite sehr hart treffen“, sagte Steinberg weiter. Teheran demonstriere sehr großes Selbstbewusstsein. Allerdings habe die Regierung massive Probleme. „Diese Probleme sind vor allem wirtschaftlicher Art und die haben sich in den letzten Monaten vor allem deshalb verschlimmert, weil ja auch Iran kein Öl durch die Straße von Hormus exportieren konnte“, fügte er hinzu. „Die Führung in Teheran ist darauf angewiesen, dass sich die Wirtschaftslage verbessert, damit zumindest die eigene Machtbasis finanziert werden kann.“