US-Militär greift erneut Iran an: Raketen auf Kuwait und Bahrain
US-Angriffe auf Iran: Raketen auf Kuwait und Bahrain

Nach den jüngsten US-Militärschlägen gegen den Iran haben Teherans Streitkräfte offenbar die Golfstaaten Kuwait und Bahrain angegriffen, in denen US-Truppen stationiert sind. Die kuwaitische Armee erklärte am Donnerstagmorgen auf der Plattform X, sie wehre „feindliche Raketen- und Drohnen-Attacken“ ab. Hörbare Explosionen seien „Folge der Abwehr feindlicher Angriffe durch Luftverteidigungssysteme“. In Bahrain waren nach Angaben eines AFP-Korrespondenten mehrere Explosionen zu hören, nachdem Luftalarm-Sirenen ertönt waren. Das Innenministerium rief die Einwohner auf, Schutzräume aufzusuchen.

US-Streitkräfte greifen erneut iranische Ziele an

Das US-Militär hat nach Angaben des Regionalkommandos Centcom neue Angriffe auf den Iran geflogen. Die Einsätze zielen darauf ab, die Fähigkeiten des Iran zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen, teilte das Kommando mit. Die USA zögen den Iran für die jüngsten „ungerechtfertigten Aggressionen“ gegen die Handelsschifffahrt zur Rechenschaft. Nähere Angaben zum Ziel der Angriffe machte das Militär nicht. US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Angriffe zuvor in Aussicht gestellt: „Wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen“, sagte er. Bereits am Vortag hatte Centcom nach eigenen Angaben über 80 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen, darunter Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus.

Trump: Iran will weiterhin „unbedingt“ ein Abkommen

Der Iran will nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, behauptete Trump auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel nach Washington. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden. Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind.“ Eine Bestätigung aus dem Iran lag zunächst nicht vor.

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Debatte über Rückholung von Bundeswehr-Schiffen

Angesichts der neuen Eskalation im Iran-Krieg wird über eine Rückholung der beiden in die Region entsandten Bundeswehr-Schiffe diskutiert. Die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Schiffe in dieser Lage länger vor Ort auf ein Wunder warten lässt.“ Sie rechne damit, dass die Besatzungen „den Sommer in Deutschland verbringen dürfen“. Die Besatzungen der „Fulda“ und „Mosel“ müssten im September ohnehin zurückkehren. Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetović, hält eine Rückverlegung für möglich: „Alle Optionen – also auch ein Abzug von ‚Mosel‘ und ‚Fulda‘ – müssen auf den Tisch.“

Berichte: USA greifen Eisenbahnbrücke im Iran an

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge in der Nacht auch eine Eisenbahnbrücke im Nordosten des Irans bombardiert. Mehrere Geschosse hätten die in der Provinz Golestan gelegene Brücke getroffen, berichtete der Staatssender Irib. Nach Angaben des Senders Press TV ist es der erste Angriff in der Region seit Beginn der Waffenruhe im April. Der Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, dass zwei Eisenbahnbrücken bombardiert worden seien.

Deutsche Außenpolitiker warnen vor Folgen

Nach dem jüngsten Bruch der Waffenruhe zwischen USA und Iran erwarten Außenpolitiker von Regierung und Opposition, dass der Konflikt noch lange mit weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft anhält. Der CDU-Politiker Norbert Röttgen sagte der „Augsburger Allgemeinen“, dies habe „erhebliche negative Folgen in der Region, aber auch für unsere Wirtschaft und Sicherheit“. Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter erklärte: „Wir müssen uns auf einen lang anhaltenden Konflikt und dauerhaft hohe Ölpreise einstellen.“

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UN-Generalsekretär warnt vor katastrophalen Folgen

UN-Generalsekretär António Guterres hat zu Zurückhaltung aufgerufen. „Eine Rückkehr zu umfassenden Feindseligkeiten hätte katastrophale Folgen – für die Menschen in der Region, für den internationalen Frieden und die Sicherheit sowie für die Weltwirtschaft“, ließ er über seinen Sprecher mitteilen. Er fordere beide Seiten auf, die Verhandlungen umgehend wieder aufzunehmen.

Dax sackt ab – Ölpreise ziehen an

Die Waffenruhe im Iran-Krieg gilt aus Sicht von US-Präsident Trump als beendet. Der Dax fiel um 2,23 Prozent auf 24.897,45 Punkte, der MDax sackte um 3,40 Prozent ab. Marktanalyst Timo Emden kommentierte: „Der Iran-Konflikt könnte wieder zum Taktgeber für die Risikobereitschaft der Anleger werden.“ Die Ölpreise zogen kräftig an.