Iran beschießt Frachter in der Straße von Hormus: Evakuierung gestoppt
Iran beschießt Frachter: Evakuierung gestoppt

Die iranischen Revolutionsgarden haben am Donnerstag das Frachtschiff „Ever Lovely“ in der Straße von Hormus beschossen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte. Die Brücke des Schiffs wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hat daraufhin die Evakuierung von Schiffen rund um die Straße von Hormus vorläufig gestoppt.

IMO-Chef setzt Evakuierungsplan aus

IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte, ihm sei ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet worden, das die Straße von Hormus durchquert habe. Dieses Schiff sei nicht Teil des Evakuierungsplans der IMO gewesen. „Ich habe beschlossen, die Umsetzung des Evakuierungsplans vorübergehend auszusetzen, um erneut zu überprüfen, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für die Schiffe auf unserer Evakuierungsliste und alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben sind“, sagte Dominguez. „Ich habe stets betont, dass die Sicherheit der Seeleute oberste Priorität hat. Um daher ein koordiniertes Vorgehen und die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten, wird der Evakuierungsplan bis zur Klärung der Lage ausgesetzt.“ Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, mehr als 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren.

Hintergrund des Konflikts

Die Straße von Hormus war wochenlang faktisch blockiert, nachdem der Iran Drohungen und Angriffe auf zivile Schiffe gestartet hatte und die USA iranische Häfen blockierten. Vorausgegangen waren amerikanisch-israelische Angriffe auf den Iran. Inzwischen haben sich Washington und Teheran vorläufig auf ein Ende der Kampfhandlungen geeinigt.

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Hapag-Lloyd bekommt alle Schiffe frei

Die deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd hat alle im Persischen Golf aufgehaltenen Schiffe wieder frei. Eine Sprecherin erklärte, alle Frachter, die von der Schließung der Straße von Hormus betroffen waren, hätten die Region sicher verlassen. „Dies erfolgte erst nach sorgfältiger Bewertung der Sicherheitslage und in enger Abstimmung mit den relevanten Behörden, Sicherheitspartnern sowie unseren Teams an Bord und an Land.“ Vor zwei Wochen waren noch vier Hapag-Lloyd-Schiffe im Golf festgesteckt, insgesamt waren es sechs Schiffe mit 150 Seeleuten gewesen.

Israelischer Truppenabzug aus Libanon?

Israel wird den Libanon nach Angaben eines Regierungssprechers erst nach einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz verlassen. „Wir werden unsere Streitkräfte nicht aus dem Süden des Libanon abziehen, solange die Hisbollah eine Bedrohung darstellt und nicht entwaffnet und entmilitarisiert ist“, sagte David Mencer. Zugleich wiesen Israel und der Libanon US-Angaben über einen Teilabzug israelischer Truppen zurück. Ein hochrangiger Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums sagte, die Armee werde sich nicht aus der Pufferzone zurückziehen. Ein libanesischer Militärvertreter betonte, die Entwicklungen vor Ort zeigten das Gegenteil eines Abzugs.

Frankreich und Italien planen Unifil-Nachfolge

Frankreich und Italien wollen eine multinationale Koalition ins Leben rufen, um die UNO-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) abzulösen. Emmanuel Macron erklärte, die Mission solle „selbstverständlich in Abstimmung mit der EU und der UNO“ umgesetzt werden, „um die Souveränität des Libanon und seiner Streitkräfte zu stärken“. Giorgia Meloni fügte hinzu, die Präsenz internationaler Truppen solle „ein gefährliches Sicherheitsvakuum verhindern“.

Ölpreise fallen auf Vorkriegsniveau

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent ist erstmals unter sein Schlusskurs-Niveau vor Beginn des Iran-Krieges gesunken. Am Donnerstag wurden 72,44 Dollar pro Barrel aufgerufen, weniger als der Schlusskurs von 72,48 Dollar am 27. Februar. Grund ist, dass immer mehr Schiffe die Straße von Hormus durchqueren können.

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