Die jüngste Eskalation zwischen Iran, USA und Israel hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Nach gegenseitigen Angriffen und Drohungen kündigte US-Präsident Donald Trump schwere Militärschläge gegen den Iran an, sagte diese jedoch wenige Stunden später wieder ab. Die Frage nach einer möglichen Wende im Iran-Krieg bleibt offen.
Hintergrund der Eskalation
In den vergangenen Tagen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen: Am Wochenende beschossen sich der Iran und Israel gegenseitig, in der Nacht zu Mittwoch und Donnerstag attackierten sich der Iran und die USA. Trump drohte Teheran zunächst mit der militärischen Übernahme der für die iranische Ölindustrie wichtigen Insel Kharg und kündigte schwere Angriffe an. Doch dann die Kehrtwende: Trump blies die Angriffe ab und verwies auf laufende Gespräche mit der iranischen Führung.
Verhandlungen und Hindernisse
Seit Wochen gibt es Bemühungen um ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Iranische Verhandlungskreise zeigten sich irritiert über die US-Strategie, die durch militärische Drohungen und wechselnde Positionen die Gespräche erschwere. Zentrales Streitthema bleibt das iranische Atomprogramm. Der Iran fordert unter anderem die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr.
Aktuelle Lage in der Straße von Hormus
Als Reaktion auf US-Angriffe gab das iranische Militär eine komplette Sperrung der Straße von Hormus bekannt, was das US-Militär umgehend bestritt. Laut Datenanbietern durchbrachen fünf iranische Flüssiggastanker die Blockade und löschten ihre Ladung in Indien und Pakistan. Die Zahl der Schiffe, die die Meerenge passierten, war deutlich geringer als in der Vorwoche.
Auslöser der Angriffe
Trump nannte für die jüngsten Kämpfe zwei Gründe: den Abschuss eines US-Kampfhubschraubers durch den Iran und die Verzögerung der Verhandlungen durch die iranische Führung. Das US-Militär griff in der Nacht zu Donnerstag militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Luftabwehrsysteme im Iran an. Aus dem Iran wurden Explosionen nahe Teheran gemeldet.
Rolle des Libanon und der Hisbollah
Der Iran betrachtet die US-Seeblockade als Bruch der verhandelten Waffenruhe und fordert Frieden im Libanon als Teil der Vereinbarung. Israel lehnt eine Verbindung zwischen einer Waffenruhe im Iran und im Libanon ab. Nach Eskalation an der Front zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon attackierte der Iran Israel mit ballistischen Raketen, worauf Israel mit Luftangriffen auf iranisches Gebiet antwortete.
Die Lage bleibt angespannt. Ob es zu einer Wende im Iran-Krieg kommt, hängt von den weiteren Verhandlungen und dem Willen aller Parteien ab, eine diplomatische Lösung zu finden.



