Der Jerusalemer Patriarch Pierbattista Pizzaballa, die prominenteste christliche Stimme im Nahen Osten, hat vor wachsender Gewalt und Übergriffen durch jüdische Extremisten im Heiligen Land gewarnt. In einem Interview mit dem SPIEGEL betonte er, dass die Lage für Christen in der Region zunehmend bedrohlich werde. „Für uns ist das nichts Neues, aber es ist mehr geworden“, sagte Pizzaballa mit Blick auf die Angriffe.
Zunehmende Spannungen und Übergriffe
Der Patriarch berichtete von einer Zunahme nationalistisch motivierter Übergriffe, insbesondere durch jüdische Siedler in Jerusalem. Diese Vorfälle reichen von verbalen Beleidigungen bis hin zu physischer Gewalt. Pizzaballa rief die internationale Gemeinschaft auf, die Sicherheit der christlichen Minderheit zu gewährleisten. „Man darf Hoffnung nicht mit einer Lösung verwechseln“, mahnte er und forderte konkrete Schutzmaßnahmen.
Kritik an Israels Gaza-Politik
Im Interview äußerte sich Pizzaballa auch kritisch zum Vorgehen Israels im Gazastreifen. Er betonte die Notwendigkeit eines gerechten Friedens, der die Rechte aller Bevölkerungsgruppen respektiert. Die anhaltende Gewalt und die Blockade Gazas seien kontraproduktiv und würden nur zu weiterer Radikalisierung führen. Der Patriarch rief beide Seiten zur Deeskalation auf.
Rolle der christlichen Gemeinschaft
Als Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land sieht sich Pizzaballa in der Verantwortung, für Dialog und Versöhnung einzutreten. Er betonte, dass Christen eine Brückenfunktion zwischen den Konfliktparteien einnehmen könnten. Trotz der schwierigen Lage zeigte er sich entschlossen, den christlichen Glauben in der Region zu bewahren.
Das vollständige Interview mit Patriarch Pierbattista Pizzaballa lesen Sie im SPIEGEL 25/2026. Aufgrund von Zugriffsbeschränkungen ist der Artikel nur für Abonnenten verfügbar.



