Der ehemalige russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow ist tot. Wie am Donnerstag bekannt wurde, starb der 71-Jährige nach längerer Krankheit. Iwanow galt als einer der engsten Vertrauten von Präsident Wladimir Putin und prägte die russische Sicherheitspolitik maßgeblich mit.
Leben und Karriere
Sergej Iwanow wurde am 31. Januar 1953 in Leningrad (heute Sankt Petersburg) geboren. Nach seinem Studium an der Leningrader Staatlichen Universität arbeitete er für den KGB, wo er unter anderem in der Spionageabwehr tätig war. In den 1990er Jahren wechselte er in den öffentlichen Dienst und wurde 1998 stellvertretender Direktor des FSB. 1999 berief Putin, damals Ministerpräsident, Iwanow zum Sekretär des Sicherheitsrates.
Verteidigungsminister und Vizepremier
Von 2001 bis 2007 amtierte Iwanow als Verteidigungsminister Russlands. In dieser Zeit modernisierte er die Streitkräfte und trieb die Militärreform voran. 2007 wurde er zum Ersten Vizepremier ernannt, zuständig für die Rüstungsindustrie und den militärisch-industriellen Komplex. „Sergej Iwanow war ein Patriot und ein hochqualifizierter Fachmann“, würdigte ihn Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Bedeutung für die russische Politik
Iwanow galt als Falke in Sicherheitsfragen und unterstützte Putins harte Linie gegenüber dem Westen. Er war maßgeblich an der Planung des russischen Militäreinsatzes in Syrien beteiligt. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung 2011 blieb er ein einflussreicher Berater Putins. Sein Tod hinterlässt eine Lücke im Kreis der engsten Vertrauten des Präsidenten.
Nach Angaben des Kremls wird Iwanow mit militärischen Ehren beigesetzt. Die Trauerfeier soll im engsten Familienkreis stattfinden.



