Treibstoffkrise auf der Krim: Russland setzt Tourismus aus
Treibstoffkrise auf der Krim: Tourismus ausgesetzt

Die von Russland völkerrechtswidrig annektierte Krim-Halbinsel erlebt eine schwere Treibstoffkrise, ausgelöst durch ukrainische Angriffe auf Versorgungswege und Depots. Die von Moskau eingesetzten Behörden haben nun alle Ferienlager geschlossen und den Tourismus bis zum 1. September ausgesetzt, wie Gouverneur Sergej Aksjonow am Montag auf Telegram mitteilte. Bereits seit Sonntag stellen Tankstellen auf der Krim den Verkauf von Benzin und Diesel an Privatpersonen und Unternehmen komplett ein.

Stromsperren und Wasserversorgung betroffen

Der örtliche Energieversorger Krimenergo führte zeitlich gestaffelte Stromsperren ein, was wiederum die Wasserversorgung beeinträchtigt. In der Hafenstadt Sewastopol wurden alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt, teilte Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Auch die Straßenbeleuchtung bleibe aus. Die russische Regierung erklärte, man bemühe sich intensiv, die Auswirkungen der gestörten Treibstofflieferungen zu begrenzen.

Ukrainische Drohnenangriffe treffen russische Treibstoffproduktion

Die ukrainischen Drohnenangriffe beeinträchtigen die Treibstoffversorgung in weiten Teilen Russlands, dem drittgrößten Ölproduzenten der Welt. Brancheninsidern zufolge brach die russische Benzinproduktion in der vergangenen Woche im Vergleich zum Tagesdurchschnitt vom Juni 2025 um rund 25 Prozent auf etwa 90.000 Tonnen pro Tag ein. Auch im russischen Hinterland gab es ukrainische Treffer. In der westrussischen Millionenstadt Woronesch wurde eine Fabrik bei einem Angriff mit Marschflugkörpern beschädigt, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Der ukrainische Generalstab bestätigte den Angriff und erklärte, die Fabrik produziere elektronische Bauteile für Raketen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Angriff auf Satellitenkommunikationszentrum

Das ukrainische Militär meldete zudem einen Angriff auf das russische Satellitenkommunikationszentrum in Dubna in der Region Moskau. Dabei sei starke Rauchentwicklung beobachtet worden, teilt der Generalstab mit. Das genaue Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt. Laut der russischen Satellitenkommunikationsgesellschaft (RSCC) ist die Anlage in Dubna die größte Satelliten-Bodenstation in Russland und eine der größten in Europa.

Russischer Drohnenangriff im Schwarzen Meer fordert Todesopfer

Bei russischen Drohnenangriffen auf mehrere Regionen in der Ukraine sowie auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer wurden nach Angaben aus Kyjiw mindestens fünf Menschen getötet. Ein Drohnenangriff traf ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff auf dem Weg in die Ukraine, dabei kam ein Mensch ums Leben, erklärte Vize-Regierungschef Oleksij Kuleba auf Telegram. Acht Seeleute wurden von dem manövrierunfähigen Schiff gerettet. Bei weiteren Angriffen in den Regionen Sumy und Saporischschja starben insgesamt vier Menschen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration