US-Drohnenproduktion für Ukraine stockt – Selenskyj in Washington
US-Drohnenproduktion für Ukraine stockt – Selenskyj in USA

US-Militär hinkt bei Drohnenproduktion hinterher

Das US-Militär hat nach offiziellen Angaben erhebliche Schwierigkeiten beim Aufbau einer eigenen Drohnenproduktion für die Ukraine. Travis Metz, der Leiter des Drohnenprogramms des US-Verteidigungsministeriums, erklärte am Montag, die USA befänden sich in der schwierigsten Anfangsphase. Während die Ukraine in diesem Jahr voraussichtlich sechs bis sieben Millionen kleine Angriffsdrohnen produzieren werde, komme das 1,1 Milliarden Dollar schwere US-Programm bis Februar auf insgesamt knapp 200.000 bestellte Exemplare. Der Weg von null auf 200.000 sei jedoch deutlich schwerer als die spätere Ausweitung der Produktion, so Metz.

Erschwert werde der Aufbau zudem durch neue Vorgaben des Pentagons, wonach militärische Drohnen künftig vollständig aus US-Bauteilen bestehen sollen. Bisher enthielt der Großteil der gekauften Drohnen Metz zufolge wahrscheinlich chinesische Motoren. Bei einem anstehenden Testlauf im August seien Bauteile wie Motoren oder Akkus aus China nun strikt untersagt. Sechs ukrainische Unternehmen, die an den Tests im Bundesstaat Colorado teilnehmen, müssen als Bedingung für künftige Aufträge ihre Produktion in die USA verlagern.

Finnland schränkt Luft- und Seeverkehr ein

Die finnische Regierung schließt wegen der Gefahr verirrter Drohnen einen Teil des finnischen Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein. Die Maßnahmen sollen den Behörden sichere Gegenmaßnahmen und den Schutz von Unbeteiligten ermöglichen, sollte eine Drohne in das Gebiet eindringen, sagte ein finnischer Militärsprecher. Zur Herkunft der Informationen über mögliche Drohnenaktivitäten äußerte er sich nicht.

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Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten wie Finnland, Estland, Lettland und Litauen eindringen. Die Ukraine und Nato-Staaten machen russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich. Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine dagegen vor, die Drohnen absichtlich über die Grenzen zu steuern.

Selenskyj in den USA eingetroffen – Treffen mit Trump geplant

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in den USA eingetroffen, wie er auf X mitteilte. Mit Blick auf sein geplantes Treffen mit US-Präsident Donald Trump erklärte er, oberste Priorität hätten die Raketenabwehr und die strategische Kooperation mit den USA. Die Ukraine benötigt zur Abwehr des russischen Angriffskriegs dringend mehr Unterstützung bei der Flugabwehr.

Unterdessen verschleppt die Trump-Regierung offenbar die Ausgabe von 400 Millionen Dollar an bereits vom Kongress bewilligten Militärhilfen für Kyjiw. Nach Angaben einer mit den Plänen vertrauten Quelle soll das Pentagon die Mittel erst bis zum Haushaltsjahr 2029 vollständig ausgeben. Demokraten und einige Republikaner kritisieren die Verzögerung.

Ukrainische Firma geht von Einsatzbereitschaft einer ballistischen Rakete im Herbst aus

Die Ukraine kann vermutlich bereits im Herbst erstmals eine eigene ballistische Rakete gegen Ziele in Russland einsetzen. Das sagte Denys Schtilerman, Mitinhaber und Chefkonstrukteur des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point, in einem Interview. Vor einem Einsatz müssen noch die Triebwerksprüfungen abgeschlossen und ein Testflug durchgeführt werden. Als mögliches erstes Ziel nannte Schtilerman Moskau. Die Entscheidung über konkrete Ziele werde nach Abschluss der Tests jedoch beim Militär liegen.

„Das ist eine große Rakete – mit einem Gefechtskopf von 800 Kilogramm und einer Reichweite von 850 Kilometern“, sagte Schtilerman. Für das Projekt habe Fire Point drei Produktionskomplexe aufgebaut, damit die Fertigung im Fall eines Angriffs auf einen Standort an anderer Stelle weiterlaufen könne.

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Massive Drohnenangriffe auf Moskau und die Krim

In der Nacht hat die Ukraine offenbar wieder massive Drohnenangriffe auf Russland gestartet und dabei erneut die Hauptstadt Moskau ins Visier genommen. Die Flughäfen Moskaus – Vnukovo, Domodedowo und Schukowski – wurden vorübergehend gesperrt. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die Stadt sei mit mehr als 390 Drohnen angegriffen worden. 81 Drohnen seien zerstört worden, als sie sich Moskau näherten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von überfliegenden Drohnen und Rauchentwicklungen. Eine Stahlverarbeitungsfabrik soll getroffen worden sein.

Auch die annektierte Krim wurde attackiert. In Feodossija wurde ein elektrisches Umspannwerk getroffen, wodurch ein großer Teil der Stadt ohne Strom blieb. Zuvor hatten ukrainische Einheiten vom 25. bis 27. Juli insgesamt 18 Energieknotenpunkte getroffen, 14 auf der Krim und vier in anderen besetzten Gebieten. Stromausfälle wurden unter anderem aus Simferopol, Bachtschissarai und Aluschta gemeldet.

Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat den ukrainischen Präsidenten Selenskyj als seinen ersten ausländischen Besucher empfangen. Burnham betonte die unerschütterliche Unterstützung Großbritanniens und kündigte neue Störtechnologie zum Schutz ukrainischer Drohnen an. Die Ehefrau von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, Tatjana Nawka, klagt vor dem Europäischen Gerichtshof gegen ihre EU-Sanktionen und fordert Schadenersatz in Höhe von gut zwei Millionen Euro.

In Charkiw wurde eine Mitarbeiterin des katholischen Hilfswerks Caritas bei einem russischen Raketenangriff getötet. Ihr zehnjähriger Sohn wurde verletzt. Die ukrainische Antikorruptionsbehörde Nabu deckte eine Gruppe auf, die von einem ehemaligen Staatssekretär des Außenministeriums geführt worden sein soll und Spendengelder in Höhe von rund 1,12 Millionen Euro veruntreut haben soll. Rumänien wies einen Mitarbeiter der russischen Botschaft aus, nachdem mehrere Drohnen in seinen Luftraum eingedrungen waren.