Der ESV Lokomotive Potsdam wurde am 1951 gegründet und ist heute mit 14 Abteilungen einer der vielfältigsten Sportvereine der Stadt. Rund 1300 Mitglieder aller Altersgruppen trainieren in Disziplinen von Leichtathletik über Wassersport bis zu Fußball, Kegeln, Karate und Tanzsport. Das Motto „Mehr als ein Verein, seit 1951“ unterstreicht den Anspruch, Gemeinschaft und Leistung zu verbinden. Doch über der traditionsreichen Institution schwebt seit 26 Jahren ein Grundstücksstreit mit dem Bundeseisenbahnvermögen wie ein Damoklesschwert.
Internationale Erfolge der Mastersportler
Besonders stolz ist der Verein auf seine Leichtathletik-Abteilung. „Allein in der Leichtathletik haben unsere Mastersportler 53 WM-Goldmedaillen und 63 EM-Goldmedaillen sowie zwölf Weltrekorde errungen“, erklärt Jürgen Happich, 1. Vorsitzender des ESV. Diese Bilanz zeigt, dass Sport in jedem Alter höchste Leistungen hervorbringen kann. Der Verein fördert den Nachwuchs ebenso wie die Aktiven im Seniorenbereich – ein generationenübergreifendes Konzept, das seinesgleichen sucht.
Modernisierung trotz Eigenfinanzierung
Nach der Neugründung 1990 aus der BSG heraus gelang es dem ESV, den Sportbetrieb auf dem Gelände in der Berliner Straße kontinuierlich zu sichern. „Wir haben trotz vollständiger Eigenfinanzierung die Modernisierung unserer Infrastruktur gestemmt – mit dem Neubau des Vereinsheims, der Rekonstruktion der Altbauten sowie zusätzlichen Spiel- und Trainingsplätzen“, so Happich. Diese Leistung sei nur durch Verzicht und das große Engagement der Mitglieder möglich gewesen.
Ein jahrzehntelanger Grundstücksstreit
Der größte Erfolg auf Vereinsebene ist aus Sicht von Happich die konstante Sicherung des Betriebs – doch die Kehrseite ist der anhaltende Rechtsstreit um das Grundstück. „Seit nunmehr 26 Jahren andauernde Auseinandersetzung um unser Grundstück – und damit um die Zukunft des Vereins und die Nachhaltigkeit unseres Sportangebots“, beschreibt er die Situation. Der Verein wünscht sich von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel eine faire Lösung im Streit mit dem Bundeseisenbahnvermögen sowie einen angemessenen Betriebskostenzuschuss.
Wunsch nach Unterstützung von der Stadt
Happich betont, dass das Angebot des Vereins nicht nur den Mitgliedern, sondern der gesamten Bevölkerung Potsdams zugutekomme. „Die 100-prozentige Kostenträgerschaft des Vereins findet bislang keine finanzielle Abbildung in einer gerechtfertigten Größenordnung“, kritisiert er. Der Verein hoffe auf eine konstruktive Lösung, um endlich langfristig planen zu können. Interessierte können sich über die Website lok-potsdam.de informieren oder direkt in den Abteilungen melden.



