Gute Nachrichten nach dem Iran-Deal: Börsen jubeln, Ölpreise fallen
Trotz Regen in Tokio: Japaner freuen sich am Montagmorgen über steigende Börsenkurse.
Tokio/Seoul – Die Aussicht auf Frieden bringt Gewinne. Nach dem verkündeten Deal zwischen den USA und dem Iran heben die Kurse an den asiatischen Börsen ab! Die Leitindizes in Japan und Südkorea profitierten besonders: Der japanische Nikkei 225 legte in den zwei Stunden nach Handelsstart (Ortszeit 11.30 Uhr) um 5,3 Prozent zu und überwand im Handelsverlauf zeitweise sogar erstmals die Marke von 69.000 Zählern, der südkoreanische Kospi stieg zum selben Zeitpunkt um fünf Prozent.
Auch in China und Hongkong ging es nach oben, wenn auch weniger deutlich: Der Shanghai Composite lag rund 30 Minuten nach Handelsstart mit 1,1 Prozent im Plus, der Hang-Seng-Index in Hongkong gewann 0,8 Prozent.
Japaner feiern Einigung zwischen USA und Iran
Anleger sind erleichtert: Wenn die Straße von Hormus wieder offen ist, könnten Energiepreise und Inflation sinken. In Japan herrscht Euphorie, denn das Land ist stark von Öl aus dem Nahen Osten abhängig – nun könnten die Importkosten sinken. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi (65) begrüßte die Einigung und äußerte die Hoffnung, dass „die freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus in der Praxis gewährleistet wird“. Größte Gewinner im Nikkei waren Murata Manufacturing (+17,2 Prozent) und Ibiden (+16,8 Prozent). Zu den Verlierern gehörten hingegen CyberAgent mit einem Minus von 3,3 Prozent und Kikkoman, die 3,2 Prozent nachgaben.
Analysten mahnten trotz der Rekordstände zur Vorsicht. „Dies ist schlichtweg die Reaktion des Marktes auf das Abkommen – nicht mehr und nicht weniger“, sagte Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. Die entscheidende Frage sei nun, ob die Vereinbarung tatsächlich umgesetzt werde.
Ölpreise sinken!
Zeitgleich sanken die Ölpreise deutlich. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August am frühen Montagmorgen 83,6 US-Dollar (72 Euro). Das sind rund 4,2 Prozent weniger als noch am Vortag.
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sieht laut Angaben von US-Präsident Donald Trump (80) unter anderem eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus vor. Die Meerenge wurde während des Iran-Kriegs geschlossen. Sie ist extrem wichtig für den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten.



