Die Zahl der Erwerbspersonen in Deutschland bleibt laut einer neuen Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bis 2045 nahezu stabil. Im Vergleich zu 2022 wird ein leichter Rückgang um rund 0,5 Prozent auf etwa 43,3 Millionen Menschen erwartet. Allerdings verschärfen sich die regionalen Unterschiede erheblich.
In 58 von 96 untersuchten Regionen wird die Zahl der Erwerbspersonen abnehmen. Besonders stark betroffen sind strukturschwächere, vor allem ostdeutsche Gebiete wie die Altmark, Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg und Nordthüringen. Dort sind Rückgänge von mindestens 20 Prozent prognostiziert.
Im Gegensatz dazu verzeichnen strukturstärkere Ballungsräume deutliche Zuwächse. Für Hamburg und München werden Anstiege von mehr als neun Prozent erwartet, für Berlin sogar rund 15 Prozent. Diese Zuwächse resultieren vor allem aus Zuzügen und einer höheren Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.
In strukturschwächeren Regionen sinkt die Erwerbspersonenzahl deutlich, da zu wenige junge Menschen nachrücken, um altersbedingt ausscheidende Arbeitskräfte zu ersetzen. Anders als in den Wachstumsregionen können Zuwanderung und steigende Erwerbsbeteiligung diese Verluste nicht ausgleichen.
Das BBSR sieht politische Handlungsspielräume unter anderem bei der Zuwanderung. Auch Fort- und Weiterbildung gewinnen an Bedeutung, um aktuelles Wissen zu sichern, wenn weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Als Erwerbspersonen gelten alle Erwerbsfähigen im Alter von 15 bis unter 75 Jahren, die den Wunsch nach einer Erwerbstätigkeit äußern.



