DGB-Report: Bank-Azubis am glücklichsten, Anlagenmechaniker unzufrieden
Bank-Azubis top, Anlagenmechaniker flop in NRW-Studie

Bank-Azubis in NRW am zufriedensten – Anlagenmechaniker ganz hinten

Der Großteil der Auszubildenden in Nordrhein-Westfalen zeigt sich mit seiner Lehre zufrieden. Allerdings vergraulen einige Branchen seit Jahren den eigentlich lernwilligen Nachwuchs durch schlechte Bedingungen. Das geht aus dem aktuellen Ausbildungsreport 2025 des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für NRW hervor, der auf Befragungen von rund 2.500 Azubis basiert.

Spitzenreiter und Schlusslichter im Vergleich

In der Gesamtbewertung der 24 meistgewählten Ausbildungsberufe erreichen angehende Bankkaufleute die höchste Zufriedenheit und die besten Ausbildungsbedingungen. Allein nach persönlicher Zufriedenheit befragt, hoben 100 Prozent aller angehenden Bankkaufleute den Daumen. Die schlechtesten Bewertungen vergaben die Azubis hingegen in den Berufen Koch, Automobilkaufmann, Zahnmedizinische Fachangestellte, Hotelfachmann, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Verkäufer und ganz am Ende der Skala Anlagenmechaniker.

Bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten waren nur knapp 60 Prozent mit ihrer Ausbildung persönlich zufrieden – der niedrigste Wert in dieser Kategorie. In die Gesamtbewertung flossen nach Angaben des DGB NRW vier Kategorien ein: die fachliche Qualität der Ausbildung, deren persönliche Bewertung, Ausbildungszeiten und Überstunden sowie die Vergütung.

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Gewerkschaft kritisiert uneinsichtige Arbeitgeber

„Wenn Arbeitszeit, Geld und Ton nicht stimmen, kommt keiner“, hielt DGB-Landeschef Thorben Albrecht uneinsichtigen Arbeitgebern vor. Wer seine Azubis schlecht behandle, wenig zahle, viel Überstunden verlange und noch dazu einen rauen Umgangston pflege, müsse sich nicht wundern, wenn niemand bei ihm lernen wolle.

„Es sind seit Jahren praktisch dieselben Branchen, die in unserer Befragung schlecht abschneiden“, stellte der Abteilungsleiter Jugend beim DGB NRW, Andreas Jansen, fest. Der Ausbildungsreport wird seit 2009 jährlich von der DGB-Jugend herausgegeben und dient als wichtiges Barometer für die Ausbildungsqualität in Nordrhein-Westfalen.

Positive Gesamtbilanz mit deutlichen Schwächen

Die gute Nachricht: Gut zwei Drittel aller befragten Auszubildenden äußerten sich über ihre Ausbildung insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden. Dies zeigt, dass viele Betriebe ihre Verantwortung für den Nachwuchs ernst nehmen und gute Rahmenbedingungen schaffen.

Dennoch fordert der DGB mehr Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Dies könne etwa erreicht werden, wenn alle Unternehmen in einen gemeinsamen Topf einzahlen, um Ausbildung zu finanzieren und die Kosten dafür gerechter zu verteilen. Derzeit bildet nach Angaben des DGB nur jedes fünfte Unternehmen in NRW aus.

Forderungen für bessere Azubi-Bedingungen

Angesichts hoher Mieten vor allem in den Großstädten seien darüber hinaus Azubi-Wohnheime und ein bundesweit gültiges, vergünstigtes Azubi-Ticket nötig, unterstrich Albrecht. Diese Maßnahmen würden besonders Auszubildenden in Berufen mit niedriger Vergütung helfen, ihre Lebenshaltungskosten zu bewältigen und sich besser auf ihre Ausbildung konzentrieren zu können.

Der DGB-Report macht deutlich, dass trotz insgesamt positiver Tendenzen weiterhin Handlungsbedarf besteht, um die Ausbildungssituation in bestimmten Branchen nachhaltig zu verbessern und allen Auszubildenden faire Chancen zu bieten.

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