Die Marktgemeinde Dirlewang investiert 4,5 Millionen Euro in den Bau eines Ärztehauses mit integrierter Apotheke. Das Projekt soll die medizinische Grundversorgung in der Region langfristig sichern und ist ein zentraler Baustein der kommunalen Entwicklungsstrategie. Der Spatenstich ist für das kommende Jahr geplant, die Fertigstellung wird für 2026 angestrebt.
Hintergrund: Warum das Ärztehaus nötig ist
In Dirlewang und den umliegenden Orten wird es zunehmend schwieriger, einen Hausarzt zu finden. Viele bestehende Praxen sind überaltert, und Nachwuchsmediziner scheuen oft die Niederlassung auf dem Land. Die Gemeinde reagiert nun mit einer eigenen Initiative: Sie errichtet ein modernes Gebäude, das Platz für mehrere Arztpraxen und eine Apotheke bietet. Bürgermeister Stefan Reiter betont: „Wir wollen mit dieser Investition die ärztliche Versorgung in unserer Gemeinde und für die Bürgerinnen und Bürger der Umgebung dauerhaft attraktiv machen.“
Projektdetails: Geplante Nutzung und Bauphase
Das Ärztehaus entsteht auf einem Grundstück im Zentrum von Dirlewang, das die Gemeinde bereits erworben hat. Geplant sind insgesamt rund 1.500 Quadratmeter Nutzfläche. Diese verteilen sich auf mehrere Praxiseinheiten für Allgemeinmedizin, gegebenenfalls auch für Fachärzte, sowie auf eine Apotheke im Erdgeschoss. Die Baukosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro, wobei die Gemeinde Fördermittel aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beantragt hat. Die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2025 starten und voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein.
Finanzierung und Fördermittel
Die Finanzierung des Projekts setzt sich aus kommunalen Mitteln und staatlichen Zuschüssen zusammen. Die Gemeinde Dirlewang hat bereits eine Förderzusage über 1,2 Millionen Euro aus dem Programm „Förderung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum“ erhalten. Weitere Mittel sollen über den kommunalen Haushalt und gegebenenfalls über Kredite bereitgestellt werden. Die Verwaltung rechnet damit, dass sich das Investitionsvolumen durch die Mieteinnahmen der künftigen Praxisbetreiber und der Apotheke langfristig amortisiert.
Auswirkungen auf die Region
Mit dem Ärztehaus will Dirlewang nicht nur die eigene Versorgung verbessern, sondern auch die Attraktivität der gesamten Region steigern. Gerade für junge Familien ist die Nähe zu medizinischen Einrichtungen ein wichtiger Standortfaktor. Auch die ansässigen Apotheken sehen in dem Projekt eine Chance, ihr Angebot zu erweitern und zukunftsfähig zu bleiben. Die Gemeinde hofft zudem, dass sich weitere Gesundheitsdienstleistungen wie Physiotherapie oder Ergotherapie ansiedeln werden, um ein medizinisches Zentrum zu schaffen.
Reaktionen und Ausblick
Lokale Politiker und Bürger begrüßen die Investition als wichtigen Schritt gegen den Ärztemangel. Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl erklärte: „Das Engagement der Gemeinde ist vorbildlich und zeigt, dass wir die Gesundheitsversorgung auf dem Land aktiv gestalten müssen, statt sie dem Zufall zu überlassen.“ Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns unterstützt das Projekt und sieht darin ein Modell für andere ländliche Gemeinden. Die Bauarbeiten werden mit Spannung erwartet, und die Gemeinde plant, die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortschritt zu informieren.



