Die Trinkpause bei der Fußball-Weltmeisterschaft wird zum Politikum: Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert nun eine verbindliche „Hydration Break“ für Millionen Arbeitnehmer in Europa – eine bezahlte Erfrischungspause bei extremer Hitze.
Vorbild WM: Drei Minuten Trinkpause reichen nicht
Die Fifa hatte offiziell eine dreiminütige Trinkpause zur Halbzeit eingeführt, um Spieler vor der Sommerhitze zu schützen. Der EGB sieht darin jedoch ein Vorbild für die Arbeitswelt. EGB-Generalsekretärin Esther Lynch erklärte: „Ein gutes Beispiel dafür, wie die Arbeit angepasst werden kann.“ Ihr Appell: Was für Fußballstars gelte, müsse auch für Bauarbeiter, Obstpflücker und Busfahrer gelten – und zwar länger als drei Minuten.
EGB: Hitzetote am Arbeitsplatz steigen drastisch
Der EGB vertritt 45 Millionen Beschäftigte aus 94 Gewerkschaften in 42 Ländern. Die Forderung an die EU-Kommission lautet: ein Recht auf Hitzepausen ohne Lohnabzug. Lynch machte Druck: „Die WM-Abkühlpausen haben das Augenmerk auf die Gefahr gelenkt, die von extremer Hitze für Beschäftigte ausgeht.“ Laut EGB steigt das Risiko, am Arbeitsplatz aufgrund der Hitze zu sterben, um bis zu sieben Prozent, wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern – und um bis zu 15 Prozent bei über 38 Grad.
Temperaturen über 40 Grad in Deutschland erwartet
Auch in Deutschland läuft der Sommer auf Hochtouren. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuletzt für weite Teile der Bundesrepublik Hitzewarnungen ausgegeben. Heute und in den kommenden Tagen werden Temperaturen über 40 Grad erwartet. Die Arbeit im Freien wird damit zur gesundheitlichen Herausforderung. Der EGB fordert daher dringend gesetzliche Regelungen, um Arbeitnehmer vor den Folgen extremer Hitze zu schützen.



