Christian Eriksen, der im vergangenen September überraschend von Manchester United zum VfL Wolfsburg wechselte, steckt mit dem Club mitten im Bundesliga-Abstiegskampf. Der dänische Rekordnationalspieler, der zuvor für Inter Mailand, Tottenham und Ajax Amsterdam spielte, sieht die Situation jedoch nicht als Fehler an.
„Wenn man so lange auf einem Abstiegsplatz steht wie wir, wäre der Klassenerhalt für mich wie ein Titelgewinn“, sagte Eriksen der „Bild am Sonntag“. „Es gibt dafür keine Schale, aber es fühlt sich sicher wie ein Titel an!“ Der 34-Jährige betonte, dass es kein Fehler gewesen sei, nach Wolfsburg zu gehen: „Es ist das, was ich wollte: in einer guten Liga Fußball spielen. Aber natürlich ist der Blick auf die Tabelle nicht schön.“
Der Wechsel nach Wolfsburg war zunächst ein Fiasko: Eriksen wollte Spielpraxis für die WM sammeln, doch Dänemark verpasste die Qualifikation. Zudem wurde der dänische Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen, der ihn holte, im März entlassen. Dennoch hat Eriksen in den letzten Wochen eine wichtige Rolle im Team übernommen. Er trägt die Kapitänsbinde für den verletzten Maximilian Arnold und lenkt das Spiel aus dem Mittelfeldzentrum.
Trainer Dieter Hecking lobt Eriksens Einfluss: „Christian tut der Mannschaft aufgrund seiner Aura, Ausstrahlung und Erfahrung sehr gut. Wenn er etwas sagt, hat alles Hand und Fuß. Damit hilft er seinen Mitspielern.“ Eriksen selbst spürt einen Zusammenhalt: „Es ist nicht zu übersehen, dass das Team gewachsen ist. Wir hatten Schwankungen, aber jetzt spüre ich Zusammenhalt. Alle gehen in die gleiche Richtung, kämpfen und wollen verhindern, dass der Club absteigt. Das schweißt uns zusammen.“
Vor den letzten beiden Spieltagen hat der VfL Wolfsburg noch alle Chancen auf den Klassenerhalt. Am Samstag spielt die Mannschaft gegen den FC Bayern München. Der Tabellen-16. könnte danach wieder auf einen direkten Abstiegsplatz zurückfallen oder sogar den 15. Werder Bremen in Bedrängnis bringen.



