Der deutsche Extremläufer Arda Saatçi (28) trotzt seit über 88 Stunden den Strapazen im Death Valley. Trotz Halluzinationen, einer erzwungenen Pause und wachsender Zweifel kämpft er sich unermüdlich vorwärts. Hunderttausende Zuschauer verfolgen sein Abenteuer live im Internet. Sein ursprüngliches Ziel: mehr als 600 Kilometer in 96 Stunden. Doch mittlerweile geht es nicht mehr um die Zeit, sondern um das reine Durchhalten.
Der Lauf durch die Hölle
Seit dem 5. Mai ist der Deutsche unterwegs. Die Strecke führt vom Badwater Basin durch das Death Valley bis nach Los Angeles. Nach etwa 60 Stunden wurde eine Zwangspause verordnet. In diesem Moment zeigte sich die ganze Dramatik: Arda blickte seinen Physiotherapeuten Gzim wehmütig an und fragte: „Antwortest du ehrlich? Enttäusche ich euch gerade?“ Die Antwort kam sofort: „Mich? Uns? Nein! Zu keiner Sekunde. Ganz ehrlich!“ Gzim stellte klar: „Wir sind alle so stolz auf dich. Klar müssen wir weitermachen. Aber nicht um jeden Preis. Das Wichtigste ist deine Gesundheit.“ Nach einem ärztlichen Check und einer kurzen Pause ging es weiter.
Unterstützung von außen
Der Extremläufer erhält auch Hilfe von außen. Streaming-Star Marlon Lundgreen (24) lief am Freitag rund zwei Stunden mit ihm, sprach ihm Mut zu und brachte ihn wieder in einen besseren Rhythmus. Zwischendurch zog Arda das Tempo sogar deutlich an und lief phasenweise eine 5:30er Pace – das bedeutet, er legt einen Kilometer in 5 Minuten und 30 Sekunden zurück – nach bereits über 300 Kilometern. Wenig später fiel die nächste wichtige Marke: 400 Kilometer waren geschafft.
Unvorhergesehene Hindernisse
Doch nicht nur sein Körper bringt Arda immer wieder aus dem Rhythmus. Zwischenzeitlich musste der Lauf wegen eines Polizeieinsatzes unterbrochen werden. Die Beamten suchten nach einer Person, doch das große Team um Arda mit Begleitfahrzeugen und Taschenlampen sorgte für Unübersichtlichkeit. Der „Cyborg“ musste warten, bis der Einsatz abgeschlossen war. Diese unvorhersehbaren Momente erschweren die Challenge zusätzlich. Nach über 80 Stunden auf der Strecke wird klar, dass das ursprüngliche Ziel unmöglich zu erreichen ist: Mehr als 600 Kilometer in 96 Stunden – die Rechnung geht nicht mehr auf.
Der Kampf gegen sich selbst
Für den Extremläufer zählt inzwischen etwas anderes. „Egal wie lange es dauern wird. Ich werde versuchen, es zu Ende zu bringen und darauf kommt es an.“ Im Netz wird jede Entwicklung genau verfolgt, diskutiert und bewertet. Viele glauben weiter an ihn, andere zweifeln. Doch unabhängig vom Ausgang hat sich der Kampf verändert: Nicht mehr gegen die Uhr, sondern nur noch gegen sich selbst. Arda läuft weiter, Schritt für Schritt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung steht Arda nach über 88 Stunden bei rund 421 Kilometern. Etwa 180 liegen noch vor ihm. Die großen Fragen bleiben: Wird er die 600 Kilometer schaffen und wann läuft er am Strand von Santa Monica ein? Was hier passiert, lässt sich am Ende auf drei Worte reduzieren: Lauf Arda, lauf!



