Fast jeder fünfte junge Mensch in Deutschland ohne Berufsabschluss
Fast jeder fünfte junge Mensch ohne Berufsabschluss

Der jährliche Berufsbildungsbericht, der im Bundeskabinett vorgestellt wurde, zeigt, dass in Deutschland rund 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss besitzen. Die sogenannte Ungelerntenquote in dieser Altersgruppe lag im Jahr 2024 bei 18,8 Prozent. Dies bedeutet einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als die Quote noch 19 Prozent betrug. Zu den Ungelernten zählen Erwerbsfähige, die weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Hochschulabschluss vorweisen können.

Hohe Quote bei Eingewanderten

Laut dem Bericht sind rund 1,68 Millionen der Ungelernten der Personengruppe mit Einwanderungsgeschichte zuzuordnen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Bei Nachkommen von Eingewanderten liegt die Quote mit 21 Prozent deutlich niedriger als bei selbst Eingewanderten, wo sie 38,8 Prozent beträgt. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) betonte die Notwendigkeit, die Integration in den Ausbildungsmarkt zu verbessern.

Rückgang der Ausbildungsverträge

Der Berufsbildungsbericht greift zudem Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung vom Dezember 2025 auf. Demnach sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bis zum Stichtag 30. September 2025 um 10.300 auf 476.000 im Vergleich zum Vorjahr. Das Angebot an Ausbildungsplätzen verringerte sich um 25.300 auf 530.300 Plätze. Dennoch blieben rund 54.400 Stellen unbesetzt – ein Rückgang um 15.000 im Vergleich zum Vorjahr.

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Viele Bewerber unversorgt

Trotz der unbesetzten Stellen blieben 39.900 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, was einem Anstieg von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Das Angebot geht zurück, das Interesse steigt – und dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, weil es an der Passung fehlt“, erklärte Prien. Regionale Unterschiede und eine ungleiche Verteilung bei den Ausbildungsberufen würden diese Entwicklung verstärken. Der Bericht unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen am Ausbildungsmarkt, insbesondere die sogenannten Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage.

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