Paläontologe: Fester Job wie ein Sechser im Lotto
Fester Job als Paläontologe: Sechser im Lotto

Simon Felix Zoppe hat einen Traumjob: Er findet und erforscht Millionen Jahre alte Lebewesen. Zu Hause besitzt er rund 1000 Fossilien. Doch die Kehrseite der Medaille ist ein prekärer Arbeitsmarkt. „Nach dem Studium einen festen Job zu bekommen, ist wie ein Sechser im Lotto“, sagt der Paläontologe im Gespräch mit dem SPIEGEL. Seine Tätigkeit beschreibt er als „Irgendwas zwischen Sammlungspfleger, museumstechnischer Assistent und Grabungstechniker“.

Die Realität nach dem Studium

Zoppe hat Paläontologie studiert und sich auf Wirbeltiere spezialisiert. Seine Arbeit führt ihn auf Grabungen und in Museen, wo er Fossilien präpariert und katalogisiert. Die Leidenschaft für die Urzeit ist groß, doch die berufliche Perspektive bleibt unsicher. Ein unbefristeter Vertrag fehlt ihm. Stattdessen lebt er von befristeten Stellen und Drittmittelprojekten. Laut dem Deutschen Hochschulverband sind über 90 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Paläontologie befristet beschäftigt.

Freude an der Entdeckung

Trotz der prekären Lage bereitet ihm seine Arbeit große Freude. „Jedes Fossil erzählt eine Geschichte“, schwärmt er. Besonders stolz ist er auf einen Fund aus der Kreidezeit, den er selbst entdeckt hat. Diese Momente der Entdeckung machen für ihn die Mühen des Berufsalltags wett. Doch die Unsicherheit nagt an ihm. „Ich würde gerne langfristig planen, aber das ist in diesem Feld kaum möglich“, erklärt Zoppe.

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Ein harter Arbeitsmarkt

Die Paläontologie ist ein Nischenfach. In Deutschland gibt es nur wenige feste Stellen an Universitäten und Museen. Viele Absolventen weichen ins Ausland aus oder geben die Wissenschaft ganz auf. Zoppe hat Glück: Er konnte sich durch mehrere befristete Verträge über Wasser halten. Doch die Konkurrenz ist groß. „Für jede offene Stelle bewerben sich Dutzende hochqualifizierte Kandidaten“, berichtet er. Die Bezahlung ist oft schlecht, die Arbeitsbedingungen sind unsicher.

Ein Sechser im Lotto

Die Metapher vom Lottogewinn ist für Zoppe nicht übertrieben. „Wenn ich eine unbefristete Stelle bekäme, wäre das wie ein Sechser im Lotto“, sagt er. Er hofft, dass sich die Situation in der Wissenschaft verbessert. „Es wäre schön, wenn die Politik mehr in die Grundlagenforschung investieren würde“, wünscht er sich. Bis dahin bleibt er optimistisch und setzt auf seine Leidenschaft: „Ich mache diesen Job, weil ich ihn liebe – nicht wegen der Sicherheit.“

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