Fünf Minuten Gehen pro Stunde: Bewegungspausen am Arbeitsplatz
Fünf Minuten Gehen pro Stunde: Bewegungspausen

Stundenlanges Sitzen am Schreibtisch belastet den Körper und begünstigt chronische Erkrankungen. Ein Forschungsteam um Keith Diaz vom Columbia University Medical Center in New York hat im „British Journal of Sports Medicine“ eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass bereits fünfminütige Geh-Pausen pro Stunde die negativen Effekte des Sitzens deutlich reduzieren können – ohne die Arbeitsleistung zu beeinträchtigen.

Die ideale Pausendauer und -frequenz

Die Forscher testeten drei verschiedene Pausenintervalle: alle 30, 60 oder 120 Minuten. Dabei zeigte sich, dass fünf Minuten Gehen pro Stunde die beste Balance zwischen Effektivität und Praktikabilität bietet. Die Teilnehmer berichteten von einer spürbaren Verringerung der Müdigkeit und einer Verbesserung der Stimmung. Auf einer Skala von 1 bis 5 bewerteten die Probanden der 60-Minuten-Gruppe die Durchführbarkeit mit 3,80 und die Akzeptanz mit 4,03.

Positive Effekte auf Engagement und Leistung

Überraschenderweise führten die Bewegungspausen nicht zu Einbußen bei der Arbeitsleistung. Im Gegenteil: Die Forscher maßen kleine, aber positive Veränderungen bei Engagement (4 bis 7 Prozent) und Leistung (1 bis 3 Prozent). „Obwohl keine der getesteten Bewegungspausen-Dosierungen Verbesserungen der wahrgenommenen Arbeitsleistung oder des Engagements bewirkte, die die Schwellenwerte für die minimale klinisch relevante Differenz überschritten, führten alle im Durchschnitt zu kleinen, aber positiven Veränderungen“, so die Studienautoren.

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Hintergrund der Studie

In Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen sitzen viele Menschen elf bis zwölf Stunden pro Tag. Übermäßiger Bewegungsmangel gilt als bedeutendes Problem der öffentlichen Gesundheit, da er das Risiko für chronische Erkrankungen, psychische Probleme und erhöhte Sterblichkeit steigert. Diese Studie ist eine der ersten, die Bewegungspausen in einer Alltagsumgebung mit einer großen Stichprobe von 11.484 Personen untersucht. Die Teilnehmer wurden über eine Podcast-Serie des US-Senders National Public Radio rekrutiert und waren überwiegend weiblich, weiß, vollzeitbeschäftigt und hatten einen Hochschulabschluss.

Ergebnisse im Detail

Die Probanden wählten selbst ihr Pausenintervall (30, 60 oder 120 Minuten). In der Praxis machten sie im Durchschnitt etwas weniger Pausen als geplant, dafür waren diese mit 6 bis 7 Minuten etwas länger. Die empfundene Müdigkeit ging in der 30-Minuten-Gruppe um 1,55 Punkte zurück, in der 60-Minuten-Gruppe um 1,41 Punkte und in der 120-Minuten-Gruppe um 1,19 Punkte. Die positive Stimmung nahm in allen Gruppen signifikant zu. Die Akzeptanz der Maßnahme war mit Werten zwischen 3,91 und 4,03 hoch.

Einschränkungen und Ausblick

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Stichprobe nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung war. Zudem seien Langzeitstudien nötig, um zu prüfen, ob Bewegungspausen dauerhaft beibehalten werden können und welchen langfristigen Einfluss sie auf Gesundheit und Verhalten haben. Sie empfehlen auch, Bewegungspausen zu untersuchen, die ohne Verlassen des Arbeitsplatzes durchgeführt werden können – etwa Hampelmänner vor der Tastatur.

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