Die schwarz-rote Bundesregierung plant, die staatliche Förderung für den Austausch von Heizungen deutlich zu reduzieren. Das kündigte die Koalition in einem aktuellen Beschluss an. Für Hauseigentümer, die noch auf eine neue Heizung umsteigen möchten, könnte dies erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. Energieberater Lennart Feldmann rät daher zu schnellem Handeln: „Wer schnell auf eine neue Heizung setzt, bekommt die meiste Förderung.“
Hintergrund der Kürzungen
Die Bundesregierung begründet die geplanten Einschnitte mit der angespannten Haushaltslage. Nach Informationen aus Regierungskreisen sollen die Fördersätze für den Heizungstausch, insbesondere für Wärmepumpen, um bis zu 30 Prozent sinken. Bislang konnten Eigentümer bis zu 40 Prozent der Investitionskosten staatlich bezuschusst bekommen. Die genauen neuen Konditionen sollen bis Ende des Monats im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.
Feldmann, der als unabhängiger Energieberater bundesweit tätig ist, sieht in der Ankündigung ein klares Signal: „Die Politik will den Anreiz für den Heizungstausch verringern, aber gleichzeitig die Klimaziele nicht gefährden. Das ist ein schmaler Grat.“ Er empfiehlt Hausbesitzern, die ohnehin eine Modernisierung planen, noch vor Inkrafttreten der neuen Regelung einen Förderantrag zu stellen.
Was Hauseigentümer jetzt tun sollten
Laut Feldmann sollten Eigentümer jetzt schnell handeln. „Wer bereits einen Handwerker beauftragt hat oder konkrete Angebote vorliegen hat, sollte den Antrag umgehend einreichen“, rät er. Die Bearbeitung dauere in der Regel vier bis sechs Wochen, daher sei Eile geboten. Zudem weist er darauf hin, dass die Förderung nicht nur für Wärmepumpen, sondern auch für andere Heizsysteme wie Biomasse oder Hybridheizungen gelte.
Ein weiterer Tipp des Experten: „Eigentümer sollten prüfen, ob sie von zusätzlichen Boni profitieren können, etwa dem Geschwindigkeitsbonus für den Austausch alter Öl- oder Gasheizungen.“ Dieser Bonus beträgt derzeit 20 Prozent und wird zusätzlich zur Grundförderung gewährt. Insgesamt könne die Förderung so bis zu 50 Prozent der Kosten decken – eine Summe, die nach der geplanten Kürzung nicht mehr erreichbar sei.
Auswirkungen auf den Markt
Die Ankündigung der Kürzung hat bereits erste Reaktionen am Markt ausgelöst. Installateure und Heizungshersteller berichten von einem deutlichen Anstieg der Nachfrage. „Viele Kunden wollen noch schnell von den hohen Zuschüssen profitieren“, sagt ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie. Allerdings warnt er vor Engpässen: „Die Kapazitäten der Handwerker sind begrenzt, und die Lieferzeiten für Wärmepumpen liegen derzeit bei mehreren Monaten.“
Feldmann bestätigt diese Einschätzung: „Bei uns brennt die Hütte“, zitiert er eine verbreitete Stimmung unter Hausbesitzern. Er rät daher, nicht nur auf die Förderung zu achten, sondern auch die Verfügbarkeit von Handwerkern und Material zu prüfen. „Ein voreiliger Kauf ohne fachgerechte Installation kann teuer werden.“
Langfristige Perspektiven
Trotz der Kürzungen bleibt der Heizungstausch aus Sicht von Feldmann eine lohnende Investition. „Auch mit geringerer Förderung amortisieren sich Wärmepumpen durch niedrigere Betriebskosten und steigende CO2-Preise“, erklärt er. Die Regierung plane zudem, die Förderung für besonders effiziente Anlagen oder den Einsatz erneuerbarer Energien beizubehalten. „Der genaue Umfang der Kürzungen ist noch offen, aber eines ist klar: Je früher man handelt, desto besser.“
Die Bundesregierung hat angekündigt, die neuen Fördersätze ab dem 1. September 2026 anzuwenden. Für Anträge, die bis zum 31. August eingehen, gelten noch die alten Konditionen. Hauseigentümer haben also noch knapp zwei Monate Zeit, um von der aktuellen Förderung zu profitieren.



