Internationale Studie: Homeoffice führt zu signifikant höherer Kinderzahl bei Paaren
Homeoffice lässt Kinderzahl laut internationaler Studie steigen

Internationale Studie belegt: Homeoffice erhöht Kinderzahl signifikant

Eine bahnbrechende internationale Untersuchung zeigt eindeutige Zusammenhänge zwischen Heimarbeit und Familiengründung auf. Wissenschaftler aus vier verschiedenen Ländern haben nachgewiesen, dass Paare mit Homeoffice-Möglichkeiten deutlich mehr Kinder bekommen als solche, die ausschließlich im Büro arbeiten.

Studiendesign und zentrale Ergebnisse

Für die umfangreiche Untersuchung mit dem Titel „Global Survey of Working Arrangements“ wurden insgesamt 19.277 Personen in 38 verschiedenen Ländern befragt. Der Fokus lag dabei auf 11.314 Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 45 Jahren. Aus Deutschland waren gut 1000 Personen an der Studie beteiligt, während in den Vereinigten Staaten zusätzlich knapp 90.000 Menschen in einer separaten Erhebung befragt wurden.

Die zentrale Erkenntnis der Forschung lautet: Arbeiten beide Partner mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus, steigt die durchschnittliche Kinderzahl um bemerkenswerte 14 Prozent. Konkret bedeutet dies, dass jede dritte Frau in Partnerschaften mit Heimarbeit ein weiteres Kind bekommt – im direkten Vergleich zu Paaren, die ausschließlich im Büro tätig sind.

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Bessere Vereinbarkeit als Schlüsselfaktor

Die Wissenschaftler befragten die Teilnehmer detailliert nach Geburten in den vergangenen Jahren, aktuellen Schwangerschaften und konkreten Kinderwünschen für die Zukunft. Die Forscher vermuten als Hauptursache für den beobachteten Effekt die deutlich verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ifo-Ökonom Matthias Dolls, einer der federführenden Studienautoren, erklärt dazu: „Unsere Ergebnisse sprechen eindeutig dafür, dass ein breiterer Zugang zu Homeoffice die Zahl der Kinder erhöht. Der wahrscheinlichste Grund dafür ist, dass dadurch der zeitliche und organisatorische Aufwand sinkt, der normalerweise nötig ist, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.“

Internationale Forschungskooperation

An der bedeutenden Studie waren renommierte Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern beteiligt. Neben dem Ifo-Institut München arbeiteten Wissenschaftler der Stanford University, der Princeton University, des King's College London sowie des mexikanischen Technologieinstituts zusammen. Die Forscher betonen, dass länderspezifische Geburtenraten in dieser Untersuchung nicht separat ermittelt wurden.

Besonders starker Effekt in den USA

Interessanterweise fällt der beobachtete Effekt in den Vereinigten Staaten sogar noch stärker aus als in anderen Ländern. Dort verzeichnet die Studie einen Anstieg der Geburtenrate um beachtliche 18 Prozent bei Paaren mit Heimarbeit. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Homeoffice in Amerika bereits deutlich verbreiteter ist als in vielen europäischen Ländern.

In ihrer 59-seitigen wissenschaftlichen Analyse bleiben die Forscher dennoch vorsichtig mit endgültigen Kausalitätszuschreibungen. Sie stellen die kritische Frage: Ist die Arbeit von zu Hause wirklich der direkte Auslöser für mehr Nachwuchs? Eine alternative Erklärung wäre, dass Menschen, die eine Familiengründung planen, bewusst Berufe mit flexiblen Arbeitsmodellen wählen.

Konkrete Auswirkungen für Deutschland

Ifo-Ökonom Dolls hält Homeoffice jedoch für einen echten Auslöser und betont: „Mehr Flexibilität durch Homeoffice könnte dazu beitragen, dass Menschen ihre gewünschte Familiengröße eher verwirklichen können.“ Für Deutschland berechneten die Wissenschaftler konkrete Zahlen: „Eine Anhebung der Homeoffice-Quote auf das US-amerikanische Niveau könnte für 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr in Deutschland sorgen.“

Gleichzeitig dämpft der Wissenschaftler überzogene Erwartungen: Heimarbeit allein werde Deutschlands anhaltenden Geburtenrückgang nicht stoppen können. „Es kann aber ein wichtiger Baustein sein, um den Trend sinkender Geburtenraten etwas abzumildern und Familien bei der Realisierung ihrer Lebenspläne zu unterstützen.“

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