Homeoffice bleibt, aber ungleich verteilt: Männer und Akademiker bevorzugt
Homeoffice: Männer und Akademiker bevorzugt

Das Homeoffice ist in Deutschland einer neuen Studie zufolge trotz der schlechten Wirtschaftslage auf hohem Niveau angekommen, aber sehr ungleich verteilt. Die Bertelsmann Stiftung teilte am Mittwoch mit, dass im vergangenen Jahr jedes fünfte Online-Stellenangebot die Möglichkeit zur Fernarbeit enthielt. „Wer geglaubt hat, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle wieder ins Büro zurückkehren müssen, hat sich getäuscht“, sagte Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Stiftung. „Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben.“ Allerdings gilt dies vor allem für männerdominierte Berufe, insbesondere die IT.

Ungleiche Verteilung nach Geschlecht und Qualifikation

Die Studie zeigt eine deutliche Ungleichheit bei der Verteilung der Angebote. Während bei männerdominierten Berufen 22 Prozent der Stellen mit Homeoffice ausgeschrieben werden, sind es bei frauendominierten nur 13 Prozent. Bei Hochqualifizierten ist der Unterschied noch größer. „Homeoffice ist ein wichtiges Vereinbarkeitsinstrument“, erklärte Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann mit Blick auf Eltern, Alleinerziehende und Menschen, die andere Personen pflegen. „Wir brauchen auch Vereinbarkeitsangebote in Berufen mit engem Kontakt zu Menschen – etwa in Erziehung, Pflege und Gesundheit.“

Region und Stadt-Land-Gefälle

Zudem gibt es ein starkes Gefälle nach Qualifikation und Region. Während rund ein Drittel der Akademiker (35 Prozent) auf ein Homeoffice-Angebot hoffen kann, sind es bei Arbeitskräften auf Helferniveau nur vier Prozent. Auch zwischen Stadt und Land zeigen sich große Unterschiede. In Großstädten liegt die Quote demnach bei gut 28 Prozent. Als „Homeoffice-Hauptstadt“ identifizierte die Studie Stuttgart mit einem Anteil von 38 Prozent, gefolgt von Düsseldorf und Frankfurt am Main. In ländlichen oder dünn besiedelten Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern ist das Angebot deutlich geringer.

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Entwicklung seit der Pandemie

Für die Analyse ihres „Jobmonitors“ wertete die Bertelsmann Stiftung rund 79 Millionen Online-Stellenanzeigen aus den Jahren 2019 bis 2025 aus. Vor der Corona-Pandemie 2019 lag der Anteil der Angebote mit Homeoffice-Möglichkeit der Studie zufolge bei 3,7 Prozent. Bis 2022 stieg die Quote auf 16,8 Prozent und hat sich seit 2024 bei rund 20 Prozent eingependelt.

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