Der Arbeitsmarkt für IT-Berufe in Deutschland hat sich merklich abgekühlt. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Basis einer neuen Erhebung mitteilte, ist die berufsspezifische Arbeitslosenquote in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) von 3,7 Prozent im Vorjahr auf nun 4,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl der gemeldeten Stellenangebote drastisch: Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 13.000 offene Positionen bei der BA registriert – ein Rückgang um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Beschäftigung wächst trotz Eintrübung
Trotz der konjunkturellen Abkühlung stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in IKT-Berufen weiter an. Insgesamt waren 2025 rund 1,15 Millionen Fachkräfte in diesem Sektor tätig, ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig ist der hohe Anteil ausländischer Arbeitskräfte: 171.000 der Beschäftigten besaßen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die größte Gruppe unter ihnen stellten mit 31.000 Personen indische Staatsbürger.
Nahles: Gegensätzliche Entwicklungen prägen den Markt
„Der Arbeitsmarkt in der Informations- und Kommunikationstechnik steht unter dem Eindruck gegensätzlicher Entwicklungen“, erklärte Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit. Einerseits bremse die konjunkturelle Eintrübung kurzfristig die Einstellungsdynamik. Andererseits erlebe die Branche einen tiefgreifenden Strukturwandel, angetrieben durch fortschreitende Digitalisierung, Automatisierung und den vermehrten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).
KI treibt Anforderungen in die Höhe
Die zunehmende Verbreitung von KI-Systemen verändere die Anforderungen an IT-Fachkräfte grundlegend. „Das Anforderungsniveau an diese Berufe steigt, vor allem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz“, betonte die BA. Gesucht würden vor allem Spezialisten und Spezialistinnen mit vertieften Kenntnissen in Bereichen wie maschinellem Lernen, Datenanalyse und Softwareentwicklung. Der Trend zu höherer Qualifikation führe dazu, dass einfachere Tätigkeiten zunehmend automatisiert würden und geringer qualifizierte Arbeitskräfte es schwerer hätten, einen Job zu finden.
Ausblick: Strukturwandel setzt sich fort
Die Bundesagentur rechnet damit, dass sich der Strukturwandel in der IT-Branche weiter beschleunigen wird. Die Nachfrage nach hochqualifizierten Experten dürfte hoch bleiben, während der Arbeitsmarkt für weniger spezialisierte IT-Fachkräfte enger wird. Die aktuellen Zahlen spiegeln laut BA sowohl die konjunkturelle Schwächephase als auch langfristige Veränderungen wider, die den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren nachhaltig prägen werden.



