Tarifverhandlungen für öffentlichen Dienst ohne Einigung
Bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder zeichnet sich weiterhin keine Einigung ab. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi erklärte in Potsdam, es sei unklar, ob bis zum Abend ein Durchbruch erzielt werden könne. Verdi und der Beamtenbund dbb verhandeln seit Mittwoch in der entscheidenden Schlussrunde über die Einkommen von etwa 900.000 Tarifbeschäftigten in den Bundesländern.
Millionen Beschäftigte betroffen
Zusammen mit mehr als 1,3 Millionen Beamten und Pensionären, auf die ein möglicher Abschluss übertragen werden soll, sind insgesamt rund 2,2 Millionen Menschen von den Verhandlungen betroffen. Dies umfasst ein breites Spektrum an Berufen: von Mitarbeitern in Straßenmeistereien und Universitätskliniken über Gefängnisbeschäftigte und IT-Fachkräfte bis hin zu Tierpflegern im Stuttgarter Zoo und Erzieherinnen in Berliner Kindertagesstätten.
Drohende Warnstreiks und Verhandlungsszenarien
Der Fortgang der Potsdamer Gespräche bestimmt auch, ob es erneut zu Warnstreiks in den Ländern kommen wird. Sollten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber vertagen, gilt dies als wahrscheinlich. Eine Einigung könnte jedoch noch in der Nacht oder am Samstag erreicht werden. Ein mögliches Scheitern der Verhandlungen ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Dbb-Chef Volker Geyer hatte bereits angedeutet, dass in einem solchen Fall eine Urabstimmung und ein Vollstreik folgen könnten, obwohl Verhandlungskreise dies für wenig wahrscheinlich halten.
Forderungen und Angebote im Detail
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), der als Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder agiert, hatte Eckpunkte mit einer Gehaltssteigerung „im Saldo über 5 Prozent“ vorgelegt. Verdi-Chef Frank Werneke und Geyer kritisierten die bisherigen Angebote der Arbeitgeber als unzureichend. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld monatlich, mindestens jedoch einen Zuschlag von 300 Euro.
Die Situation bleibt angespannt, während beide Seiten weiterhin um eine Lösung ringen, die die Interessen der Beschäftigten und der öffentlichen Haushalte in Einklang bringt.



