Kristin Cabot: Warum die Frau aus der Coldplay-Kiss-Cam keinen neuen Job findet
Kristin Cabot: Kein Job nach Coldplay-Kiss-Cam-Video

Kristin Cabot: Die Frau aus dem Coldplay-Kiss-Cam-Video kämpft mit Doppelmoral

Kristin Cabot, die durch ein viral gegangenes Video von einem Coldplay-Konzert weltweit bekannt wurde, beklagt eine deutliche Ungleichbehandlung nach dem Vorfall. Im Juli des vergangenen Jahres wurde die Personalchefin zusammen mit ihrem damaligen Vorgesetzten Andy Byron während eines Konzerts nahe Boston von der sogenannten "Kiss-Cam" erfasst. Das Video, das die beiden in einer vertrauten Situation zeigt, verbreitete sich rasant in sozialen Netzwerken und löste eine mediale Welle aus.

Unterschiedliche Wahrnehmung nach dem Eklat

In einem aktuellen Podcast mit Oprah Winfrey schildert die 53-jährige alleinerziehende Mutter ihre Erfahrungen. Sie betont, dass es einen "krassen Unterschied" gebe, wie sie und Byron nach dem Vorfall wahrgenommen worden seien. Während Byron offenbar bereits Stellenangebote erhalten habe, finde sie selbst trotz intensiver Bemühungen keinen neuen Job. Cabot trägt die finanzielle Verantwortung für ihre zwei Kinder und sieht sich in einer prekären Situation.

Das Video zeigte, wie Cabot und Byron auf der Konzertleinwand zu sehen waren. Als sie die Kamera bemerkten, verdeckte Cabot ihr Gesicht, während Byron sich aus dem Bild duckte. Coldplay-Sänger Chris Martin kommentierte die Szene humorvoll und fragte, ob die beiden möglicherweise eine Affäre hätten. Beide verließen später das Unternehmen, in dem sie gearbeitet hatten.

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Hass und Anfeindungen im Fokus der Öffentlichkeit

Cabot berichtet von massiven Anfeindungen nach dem Vorfall. Sie habe Hassbriefe und sogar Morddrohungen erhalten. Jedes Detail ihres Aussehens sei auseinandergenommen worden – von ihrem Schmuck bis hin zu ihrer Frisur. Sogar ihre Friseurin sei ausfindig gemacht und für Cabots Haarschnitt angefeindet worden. Die zweifache Mutter wurde als "Goldgräberin" und "Ehemann-Diebin" beschimpft, was sie besonders verletzt habe.

"Es klingt danach, als würden Frauen bei Männern einbrechen, sie knebeln und fesseln – als spielten die Männer selbst bei dem Ganzen gar keine Rolle", so Cabot in dem Podcast. Sie betont, dass sie das Gesicht des Vorfalls gewesen sei, während niemand über Byrons Haare, sein Shirt oder seine Uhr gesprochen habe. Die Frage, ob er seine Karriereposition durch Beziehungen erreicht habe, sei nie gestellt worden, ihr hingegen sei genau das unterstellt worden.

Fehlende Anerkennung der eigenen Leistung

Cabot weist darauf hin, dass ihre beruflichen Qualifikationen und ihre selbst erarbeitete Karriere in der öffentlichen Diskussion kaum Beachtung fanden. Stattdessen sei sie auf ihre Rolle in dem Video reduziert worden. Diese einseitige Betrachtung habe nicht nur ihre beruflichen Chancen beeinträchtigt, sondern auch ihr privates Leben stark belastet.

Die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau in vergleichbaren Situationen bleibt ein zentrales Thema in Cabots Schilderungen. Während Byron nach dem Rücktritt offenbar neue berufliche Perspektiven hat, kämpft Cabot weiterhin um Anerkennung und eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Geschichte wirft ein Schlaglicht auf gesellschaftliche Doppelstandards und die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Frauen in der Berufswelt konfrontiert sind.

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