CDU-Generalsekretär Linnemann warnt vor Teilzeitfalle und fordert mehr Netto vom Brutto
Linnemann warnt vor Teilzeitfalle und will mehr Netto vom Brutto

CDU-Generalsekretär Linnemann warnt vor Teilzeitfalle und fordert mehr Netto vom Brutto

Im Koalitionsstreit über längere Arbeitszeiten und Sozialreformen hat Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, vor einer sogenannten »Teilzeitfalle« gewarnt, in der viele Menschen in Deutschland feststecken. In einer Sendung des »Berichts aus Berlin« in der ARD äußerte er sich besorgt über die aktuellen Rahmenbedingungen.

Debatte um Teilzeit und Vollzeitarbeit

Linnemann betonte, dass viele Bürgerinnen und Bürger bereit wären, mehr zu arbeiten, aber die finanziellen Anreize fehlten. »Die Menschen wollen zum Teil mehr arbeiten. Aber die Rahmenbedingungen sind nicht so, dass sich das lohnt«, erklärte er. Sein Lösungsvorschlag zielt darauf ab, Vollzeitarbeit attraktiver zu gestalten, insbesondere durch Senkung der Lohnnebenkosten.

Die CDU hatte in den vergangenen Tagen mit einem kontroversen Antrag zur Teilzeit für Aufsehen gesorgt. Der ursprüngliche Entwurf des CDU-Wirtschaftsflügels MIT trug den Titel »Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit« und sah eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit vor. Dies löste breite Kritik aus, auch innerhalb der eigenen Partei.

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Änderungen am Antrag und neue Formulierungen

Linnemann kritisierte den Antrag als »verunglückte Wortwahl« und betonte, dass die Debatte über Teilzeit notwendig sei, um mehr Menschen den Weg in die Vollzeit zu ebnen. Inzwischen wurde der Antrag geändert: In der aktuellen Fassung für den Bundesparteitag in Stuttgart ist die Rede davon, Teilzeitansprüche zu »ordnen«, und der Begriff »Lifestyle-Teilzeit« wurde gestrichen.

Der neu formulierte Antrag unterstreicht die Bedeutung eines geordneten Teilzeitanspruchs für Erziehung, Pflege und Bildung. Gleichzeitig bekräftigt er das Ziel, Anreize für höhere Erwerbsumfänge zu schaffen und Arbeit attraktiver zu machen. Linnemann fügte hinzu: »Wir brauchen beispielsweise mehr Netto vom Brutto: Die Lohnnebenkosten müssen runter.«

Weitere Themen und politische Ziele

Neben den Lohnnebenkosten nannte Linnemann hohe Gesundheitskosten, Energiekosten, Bürokratieabbau und Fachkräftemangel als zentrale Herausforderungen. Er verwies auf schlechte Umfragewerte der CDU und forderte klare Antworten auf die wirtschaftliche Lage. Für die Regierungskoalition mit der SPD betonte er das gemeinsame Ziel, die Lohnnebenkosten zu senken.

Die Debatte zeigt, wie kontrovers das Thema Teilzeit in der Politik diskutiert wird. Während einige eine Einschränkung fordern, setzen andere auf Anreize für Vollzeitarbeit. Linnemanns Forderung nach mehr Netto vom Brutto könnte ein Schlüssel zur Lösung sein, um die Arbeitsmarktlage zu verbessern.

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