Pilotenstreik bei Lufthansa: Hunderte Flüge fallen weiter aus – Kein Ende in Sicht
Lufthansa-Pilotenstreik: Hunderte Flüge fallen weiter aus

Pilotenstreik bei Lufthansa: Zweiter Tag mit massiven Flugausfällen

Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa eskaliert weiter. Auch am zweiten Tag des Pilotenstreiks fallen voraussichtlich erneut Hunderte Flüge der deutschen Fluggesellschaft aus. Die Fronten zwischen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und der Lufthansa-Führung sind verhärtet, ein Kompromiss ist nicht in Sicht.

Reisende müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen

Fluggäste der Lufthansa müssen sich weiterhin auf erhebliche Ausfälle und Verspätungen einrichten. Die Vereinigung Cockpit setzt ihren am Donnerstag begonnenen Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft konsequent fort. Erneut sollen Hunderte Flüge vor allem an den wichtigen Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen werden, wie aus aktuellen Informationen der Flughafenbetreiber hervorgeht. Die Lufthansa rechnet erst für Samstag wieder mit einem annähernd regulären Flugplan.

Die Gewerkschaft hatte bereits von einer hohen Beteiligung der Beschäftigten an dieser zweiten Streikwelle berichtet. Bereits am 12. Februar hatten die Piloten mit ihrem Tarifkonflikt um die Betriebsrenten einen Großteil des Lufthansa-Flugprogramms lahmgelegt. Die aktuelle Auseinandersetzung zeigt, dass die Differenzen zwischen den Tarifparteien nach wie vor tiefgreifend sind.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Widersprüchliche Angaben zu Flugausfällen

Interessanterweise sind sich die Streitparteien nicht einmal über das Ausmaß der Flugausfälle einig. Die Lufthansa hatte für beide Streiktage einen Sonderflugplan aufgestellt, nach dem mindestens die Hälfte des üblichen Programms stattfinden sollte. Bei Fernflügen sollte sogar eine Quote von 60 Prozent erreicht werden. Nach Unternehmensangaben laufe dieses Programm wie geplant.

Dem widerspricht die Vereinigung Cockpit entschieden: Nach ihren internen Daten seien bis zum Nachmittag 70 Prozent der Flugzeuge am Boden geblieben. Die Flughafenbetreiber liefern konkrete Zahlen: Am ersten Streiktag fielen in Frankfurt rund 400 von 1165 geplanten Starts und Landungen aus. In München wurden 230 von etwa 800 Flugbewegungen gestrichen. Diese Zahlen beziehen sich zwar auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind jedoch wesentlich der Lufthansa zuzuordnen. Für den Freitag wird in München mit etwa 180 Absagen gerechnet.

Unterschiedliche Tarifkonflikte im Konzern

Der Airport Hannover empfiehlt betroffenen Reisenden dringend, den Status ihres Fluges direkt bei der Lufthansa zu überprüfen und sich bei Fragen oder im Falle von Flugänderungen unmittelbar an die Fluggesellschaft zu wenden. Die Situation ist besonders komplex, da im Lufthansa-Konzern unterschiedliche Tarifkonflikte parallel laufen.

Während es bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline primär um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei der Lufthansa Cargo und der Kerngesellschaft Lufthansa vor allem um höhere Betriebsrenten. Die Cityline sollte nur einen Tag lang bestreikt werden, was die Planungssicherheit zusätzlich erschwert. Die Regionaltochter übernimmt mit ihren 30 Flugzeugen wichtige Zubringerverkehre von kleineren Flughäfen an die großen Drehkreuze.

Notfallmaßnahmen der Lufthansa

Die Lufthansa hatte als Reaktion auf den Streik verschiedene Notfallmaßnahmen angekündigt:

  • Einsatz größerer Flugzeuge zur Kapazitätssteigerung
  • Übernahme von Lufthansa-Flügen durch nicht bestreikte Konzernairlines
  • Einsatz freiwilliger Crews
An diesen Planungen für beide Streiktage habe es nach Unternehmensangaben keine Änderungen mehr gegeben, wie eine Sprecherin der Lufthansa betonte. Die Vereinigung Cockpit wirft dem Konzern jedoch vor, auch Subunternehmen einzusetzen, um die Streikwirkungen abzumildern.

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der Arbeitskampf im Luftverkehrssektor an Intensität gewinnt. Tausende Reisende sind von den Auswirkungen betroffen, während die Verhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge für Piloten festgefahren scheinen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob eine Einigung in Sicht kommt oder ob der Streik weiter eskalieren wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration