Lufthansa-Streik legt Flugbetrieb lahm: Piloten und Flugbegleiter fordern höhere Rentenbeiträge
Lufthansa-Streik: Flugausfälle durch Rentenproteste

Lufthansa-Streik legt Flugbetrieb lahm: Piloten und Flugbegleiter fordern höhere Rentenbeiträge

Bei der Lufthansa haben die angekündigten Streiks der Piloten und Flugbegleiter begonnen, was zu massiven Flugausfällen führt. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo bestätigte die Arbeitsniederlegungen in der Nacht. Wegen der ganztägigen Proteste können hunderte Jets der größten deutschen Airline nicht starten, was den Flugbetrieb an wichtigen Standorten wie Frankfurt und Berlin erheblich beeinträchtigt.

Umfangreiche Flugstreichungen und betroffene Passagiere

Das Unternehmen kündigte umfangreiche Flugstreichungen an, ohne zunächst eine genaue Zahl der gestrichenen Verbindungen zu nennen. Auf den Abflugplänen größerer Flughäfen finden sich nur vereinzelte Lufthansa-Verbindungen, die aufrechterhalten werden sollen. Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen deutschlandweit mehr als 460 Flüge aus, wodurch etwa 69.000 Passagiere betroffen sind. Fluggäste werden aufgefordert, sich auf digitalen Wegen zu informieren und möglichst nicht auf eigene Faust zum Flughafen zu kommen. Lufthansa bietet im großen Umfang elektronische Umbuchungen an, rechnet aber erst für den Freitag mit einer Rückkehr zum normalen Flugplan.

Hintergründe des Streiks: Rentenforderungen und Tarifkonflikte

Die rund 4800 Piloten der Lufthansa und der Lufthansa Cargo streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt seit dem Herbst eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder vor, die mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Die Gewerkschaft Ufo hatte in den letzten Monaten von einem Streik abgesehen, sieht nun aber die Notwendigkeit, Druck auszuüben.

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Zudem streikt das Kabinenpersonal bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline, um Verhandlungen über Tarifverträge zu erzwingen. Ufo will einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert wird. Die Gewerkschaft vertritt insgesamt etwa 20.000 Beschäftigte und warnt, dass aufgrund der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht seien.

Reaktion der Lufthansa und wirtschaftliche Lage

Der Lufthansa-Vorstand kritisierte die Crew-Streiks als völlig unnötige Eskalation. Personalvorstand Michael Niggemann erklärte in Berlin, die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft bedeuten, wo es keinerlei Spielraum gebe. Die Kerngesellschaft war 2024 in die Verlustzone gestürzt und soll mit einem Sanierungsprogramm namens Turnaround wieder auf Kurs gebracht werden. Am 6. März legt der MDax-Konzern dazu neue Zahlen vor, die die wirtschaftliche Situation verdeutlichen sollen.

Die Streiks verdeutlichen die anhaltenden Spannungen im Luftfahrtsektor, wo Personalengpässe und wirtschaftliche Herausforderungen zu häufigen Arbeitskämpfen führen. Passagiere müssen sich auf weitere Unannehmlichkeiten einstellen, während die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Management andauern.

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