Machtspiele am Arbeitsplatz sind oft subtil und schwer zu durchschauen. Sie äußern sich etwa darin, dass eigene Ideen im Meeting übergangen werden und kurz darauf von anderen als deren Vorschlag präsentiert werden. Auch das plötzliche Aufdrängen unliebsamer Aufgaben trotz klarer Ablehnung kann ein Zeichen sein. Solche Verhaltensweisen vergiften das Arbeitsklima und bremsen Teams aus.
Laut Gerhard Blickle, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Bonn, ist es normal, eigene Interessen zu verfolgen. Problematisch wird es, wenn diese auf Kosten anderer durchgesetzt werden. Machtspiele können offen sein, etwa wenn eine Führungskraft eine Beschäftigte zu einer ungewollten Aufgabe drängt. Häufiger sind jedoch subtile Signale wie Ausgrenzung, mangelnde Transparenz oder übermäßige Kontrolle.
Business Coach Eva Boos rät, Grenzen zu setzen. Wichtig sei, Vorfälle sachlich zu benennen, etwa wenn ein Kollege die eigene Idee als seine ausgibt. Einschüchterungsversuche sollten sofort gestoppt werden, etwa mit dem Hinweis auf einen sachlichen Ton. Auch sollte man nicht automatisch Ja zu unliebsamen Aufgaben sagen, sondern Vorbehalte klar äußern.
Zudem empfiehlt es sich, Verbündete im Team zu suchen und relevante Gespräche zu dokumentieren. Gemeinsam könne man Veränderungen positiv herbeiführen, so Blickle. Wer diese Strategien anwendet, kann sich besser gegen Machtspiele wappnen und langfristige Unzufriedenheit vermeiden.



