Maschinenbau in Deutschland verliert weiterhin Tausende Arbeitsplätze
Die deutsche Maschinenbauindustrie befindet sich in einer anhaltenden Krise. Im vergangenen Jahr wurden Tausende von Mitarbeitenden entlassen, und Experten sehen derzeit kein Ende dieses besorgniserregenden Abwärtstrends. Die Konjunkturflaute trifft eine der Schlüsselbranchen des Landes mit voller Härte.
Beschäftigtenabbau setzt sich fort
Ende des vergangenen Jahres waren im Maschinen- und Anlagenbau noch etwa eine Million Menschen beschäftigt. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent oder rund 22.000 Stellen im Vergleich zum Vorjahr 2024. Der Branchenverband VDMA bestätigt, dass der Beschäftigtenabbau im Maschinen- und Anlagenbau unvermindert anhält. Als Hauptgründe werden US-Zölle und die zunehmende Konkurrenz aus China genannt.
Die aktuellen Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten. Obwohl die Mehrheit der Betriebe aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels versucht, ihre Stammbelegschaft zu halten, zwingt die wirtschaftliche Realität viele Unternehmen zum Handeln. Fabian Seus, Arbeitsmarktexperte des VDMA, betont: „Die wirtschaftliche Realität zwingt viele Betriebe zum Handeln.“ Derzeit planen mehr Firmen Stellenabbau als Stellenaufbau, was darauf hindeutet, dass sich der Beschäftigtenabbau im Jahr 2026 voraussichtlich fortsetzen wird.
Branche kämpft mit anhaltender Flaute
Der Maschinenbau, traditionell eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft, steckt seit Langem in einer schwierigen Phase. Für das Jahr 2025 erwartete der VDMA bereits das dritte Jahr in Folge mit sinkender Produktion. Zwar soll die Herstellung in diesem Jahr wieder leicht ansteigen, doch die Hoffnungen auf eine nachhaltige Wende bleiben verhalten. Immerhin gab es im Schlussquartal 2025 einen leichten Aufschwung mit steigenden Auftragseingängen.
Die Wirtschaftskrise betrifft nicht nur den Maschinenbau. Weite Teile der deutschen Industrie haben mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Kürzlich meldete der Automobilverband VDA einen Abbau von geschätzt 47.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr. Im Gegensatz dazu verzeichnete die Chemie- und Pharmabranche nur einen minimalen Rückgang der Arbeitsplätze.
Forderungen nach politischem Gegensteuern
VDMA-Experte Fabian Seus appelliert an die Politik, gegenzusteuern. Er fordert unter anderem eine Entlastung bei den hohen Sozialversicherungsbeiträgen. „Hohe Beiträge machen es Arbeitgebern schwerer, Personal zu halten und neue Leute einzustellen“, warnt Seus. Zudem sei ein zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz erforderlich, das Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten vorsieht, um mehr Flexibilität zu ermöglichen.
Das Jahr 2025 markierte einen Höhepunkt der Krise auf dem Arbeitsmarkt, mit so vielen Arbeitslosen wie zuletzt im Jahr 2013. Für das neue Jahr deutet sich zwar eine leichte Trendwende an, doch für den Maschinenbau bleibt die Lage angespannt. Die Branche steht vor der Herausforderung, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten und gleichzeitig die heimische Beschäftigung zu stabilisieren.



