Stärkster Rückgang seit Juli 2020: Größter Arbeitsplatzverlust in diesem Industriezweig
Hohe Energiekosten vermiesen der Metall- und Elektroindustrie das Geschäft. Kurz vor der offiziellen Unterzeichnung des USA-Iran-Deals hofft die deutsche Wirtschaft auf deutlich sinkende Energiepreise. Neue Zahlen zeigen jedoch: An den strukturellen Problemen des Standorts wird allein günstigere Energie wohl nur wenig ändern.
In der wichtigen Metall- und Elektroindustrie sind allein im April 15.600 Arbeitsplätze verloren gegangen – so viele wie zuletzt in der Coronazeit. Vorgestellt wurden die neuen Schock-Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Demnach waren im April noch rund 3,75 Millionen Menschen im Metall- und Elektrowesen beschäftigt. Ein sattes Minus von 102.600 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr!
Die Ursachen dafür sind vielfältig: Unternehmer beklagen seit Jahren immer komplexere Vorschriften, die zusätzliche Ressourcen verbrennen. Zudem sind die Lohnkosten im internationalen Vergleich kaum konkurrenzfähig, während globale Mitbewerber wie China ihren technologischen Rückstand aufholen.
Trend zeigt klar nach unten
Der Chef des Branchenverbands „Gesamtmetall“, Oliver Zander (57), zeigt sich verbittert über ausbleibende Reformen der Bundesregierung: „Niemand braucht weitere Papiere oder noch mehr warme Worte. Dem Standort läuft die Zeit davon. Ohne bessere Standortbedingungen sind allein in der M+E-Industrie weitere 300.000 Arbeitsplätze gefährdet.“
Oberstes Ziel der Politik müsse es sein, den Unternehmen die richtigen Rahmenbedingungen zu bieten, damit sich Investitionen wieder lohnten. Im Moment, so der mächtige Verbandspräsident, liegen die Ausgaben der Branche um mehr als 20 Prozent unter dem Wert von 2019 – viel zu wenig, um im Wettbewerb mit einer immer stärkeren Konkurrenz bestehen zu können.
Seit fast zweieinhalb Jahren melden die Statistiker Monat für Monat ein Minus bei der Gesamtanzahl der Branchenbeschäftigten in Deutschland. Zanders klare Forderung an Schwarz-Rot: „Bis zur parlamentarischen Sommerpause müssen konkrete Reformen verabredet werden.“ Eine gesetzliche Wochenhöchstarbeitszeit müsse umgesetzt werden und die Beiträge zur Sozialversicherung dürften keinesfalls weiter steigen.
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