Metallindustrie Bayern: 10% weniger Azubi-Verträge erwartet
Metallindustrie: 10% weniger Ausbildungsverträge

Die Krise in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hinterlässt nun auch auf dem Ausbildungsmarkt deutliche Spuren. Die Arbeitgeberverbände bayme und vbm erwarten für das laufende Jahr einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um gut 10 Prozent auf etwa 12.000. Schon im Vorjahr war die Zahl um rund 11 Prozent gesunken.

Zwei Hauptgründe für den Rückgang

Nach Einschätzung von Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Verbände, sind zwei Faktoren für die negative Entwicklung verantwortlich. Zum einen treffe die aktuelle Wirtschaftskrise die Branche in Bayern besonders hart, sodass selbst der traditionell stabile Ausbildungsmarkt nicht unberührt bleibe. Zum anderen mangele es weiterhin an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern, die für die anspruchsvollen technischen Berufe in Frage kommen.

Die sinkenden Zahlen setzen einen Trend fort, der sich bereits im Vorjahr abgezeichnet hatte. Damals war die Zahl der Neuabschlüsse um etwa 11 Prozent gesunken, was die Unternehmen vor große Herausforderungen stellt. Viele Betriebe klagen über Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, obwohl die Nachfrage nach Fachkräften in der Industrie ungebrochen hoch ist.

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Hoffnung auf Stabilisierung

Trotz der aktuell schwierigen Lage gibt sich Brossardt für das kommende Jahr verhalten optimistisch. Er erwartet keinen weiteren Rückgang, sondern eine Stabilisierung der Ausbildungszahlen. Zwar bleibe die Situation angespannt, doch sei eine Bodenbildung erkennbar. Diese Einschätzung stützt sich auf erste Signale aus den Betrieben, die ihre Ausbildungsangebote weitgehend konstant halten wollen.

Die Unternehmen setzen dabei auch auf gezielte Maßnahmen, um junge Menschen für eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie zu gewinnen. Dazu gehören verstärkte Werbung an Schulen, Praktika und eine engere Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Denn langfristig bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften hoch, insbesondere in den Bereichen Mechatronik, Elektrotechnik und Informatik.

Übernahmequoten bleiben hoch

Erfreulich ist die Situation bei der Übernahme von Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss. Aktuell werden knapp 90 Prozent der Absolventen unbefristet übernommen. Die Arbeitgeber rechnen sogar damit, dass sich diese Quote im kommenden Jahr auf 96 Prozent verbessern wird. Dies zeigt, dass die Betriebe trotz Krise an ihren gut ausgebildeten Fachkräften festhalten wollen.

Die hohe Übernahmequote ist ein positives Signal für junge Menschen, die eine Karriere in der Industrie anstreben. Sie bietet Planungssicherheit und macht die Ausbildung in der Branche attraktiv. Zugleich unterstreicht sie die Bedeutung einer soliden beruflichen Bildung für die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft.

Herausforderungen für die Zukunft

Die Metall- und Elektroindustrie steht vor großen Herausforderungen: Digitalisierung, Klimaschutz und der Wandel hin zu neuen Technologien erfordern gut ausgebildete Fachkräfte. Die Unternehmen investieren daher weiterhin in die Ausbildung, auch wenn die aktuellen Zahlen rückläufig sind. Die Verbände appellieren an die Politik, die Rahmenbedingungen für die berufliche Bildung zu verbessern und mehr junge Menschen für technische Berufe zu begeistern.

Brossardt betont, dass die Branche alles daran setzen werde, die Ausbildungsqualität hochzuhalten und die Attraktivität der Berufe zu steigern. Nur so könne der Fachkräftenachwuchs langfristig gesichert werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die erhoffte Stabilisierung tatsächlich einstellt.

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