Empfehlung der Rentenkommission: Minijobs sollen wegfallen
Die Rentenkommission hat ihre Empfehlungen vorgelegt, die eine Abschaffung der Minijobs vorsehen. Dieser Schritt hätte nicht nur Auswirkungen auf die Altersversorgung, sondern könnte den gesamten Arbeitsmarkt umwälzen. Besonders betroffen wären Branchen wie die Gastronomie, das Reinigungsgewerbe und der Einzelhandel, die stark auf Minijob-Beschäftigte angewiesen sind.
Was würde das Minijob-Aus konkret bedeuten?
Laut der Kommission sollen Minijobs durch sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse ersetzt werden. Arbeitgeber müssten dann für ihre Mitarbeiter Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Das würde die Lohnnebenkosten erhöhen und könnte zu einem Stellenabbau führen. Wirtschaftsverbände warnen vor einem Anstieg der Schwarzarbeit, insbesondere in der Gastronomie: „Saisonale Nachfragespitzen in der Biergartensaison“ ließen sich dann nicht mehr flexibel abdecken, so ein Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.
Zahlen und Fakten: Wie viele Minijobber gibt es?
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Jahr 2025 rund 7,5 Millionen Menschen in Minijobs beschäftigt. Davon arbeiten etwa 4 Millionen ausschließlich in geringfügiger Beschäftigung, während 3,5 Millionen einen Minijob als Nebenjob ausüben. Die Rentenkommission argumentiert, dass Minijobs oft in die Rentenfalle führen: Viele Beschäftigte erwerben keine ausreichenden Rentenansprüche und sind im Alter auf Grundsicherung angewiesen.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Die Gewerkschaften begrüßen die Empfehlung grundsätzlich, fordern aber Übergangsfristen und Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie Studenten oder Rentner. Arbeitgeberverbände lehnen die Pläne vehement ab. „Die Abschaffung der Minijobs wäre ein schwerer Schlag für den Arbeitsmarkt und würde vor allem Kleinbetriebe in ihrer Existenz gefährden“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Die Bundesregierung hat noch nicht abschließend Stellung bezogen, aber Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigte an, die Vorschläge „gründlich zu prüfen“.
Auswirkungen auf Beschäftigte und Unternehmen
Für Minijobber würde sich die Abschaffung ambivalent auswirken: Einerseits hätten sie künftig vollen Sozialversicherungsschutz, andererseits könnte ihr Nettoeinkommen sinken, da sie nun Beiträge zahlen müssten. Unternehmen müssten ihre Personalkosten kalkulieren und möglicherweise Preise erhöhen oder Dienstleistungen einschränken. Die Rentenkommission betont jedoch, dass die Umstellung langfristig die Rentenfinanzen stabilisieren und die Altersarmut bekämpfen würde.



