Ohne Minijobs droht Explosion der Schwarzarbeit um 25 Milliarden Euro
Ohne Minijobs: Schwarzarbeit könnte um 25 Mrd. Euro steigen

Die Renten-Kommission plant die Abschaffung der Minijobs, doch dagegen regt sich massiver Widerstand. Wirtschaftsexperte Prof. Friedrich Schneider (77, Universität Linz) warnt: Fielen die Minijobs weg, drohe ein deutlicher Anstieg der Schwarzarbeit. Der Wert der illegal erbrachten Arbeit könnte um mindestens 25 Milliarden Euro im Jahr 2027 steigen. „Ich spreche mich gegen eine Abschaffung der Minijobs aus, denn dadurch wird die Schwarzarbeit wieder nach oben schnellen“, sagte Schneider zu BILD. „Nach ersten Schätzungen von mir um mindestens 25 Milliarden Euro im Jahr 2027. Das hat langfristig negative Folgen für Deutschland.“

Minijobs als Erfolgsgeschichte gegen Schwarzarbeit

Die Minijobs wurden Anfang der 2000er Jahre eingeführt, um Schwarzarbeit einzudämmen. Schneider bezeichnet dies als eine der erfolgreichsten Aktionen: „Die Schwarzarbeit sank 2003 zwischen 20 und 23 Milliarden Euro! Es war de facto eine Teillegalisierung von Schwarzarbeit in Deutschland.“ Aktuell gibt es bundesweit fast sieben Millionen Minijobber, die maximal 603 Euro pro Monat verdienen dürfen. Minijobber zahlen nur geringe Beiträge in die Rentenkasse. Die Renten-Kommission will diese Regelung nun ändern.

Schwarzarbeit in Deutschland: 500 Milliarden Euro jährlich

Schwarzarbeit ist in Deutschland weit verbreitet. Laut Berechnungen von Prof. Schneider werden jährlich rund 500 Milliarden Euro „schwarz“ erwirtschaftet. Eine Abschaffung der Minijobs könnte diese Summe weiter in die Höhe treiben. Schneider betont die negativen langfristigen Folgen für den Staat und die Gesellschaft.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wirtschaftsverbände warnen vor fatalen Folgen

Auch der Handelsverband HDE lehnt den Vorschlag der Renten-Kommission ab. HDE-Chef Stefan Genth erklärte gegenüber BILD, dass die Firmen aktuell rund 800.000 Minijobber beschäftigen. Für die Branche wäre die Abschaffung „in diesen ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein fataler Nackenschlag“. Die Minijobber seien zur Abfederung von Spitzenzeiten unverzichtbar. „In der Folge müsste die Branche noch mehr auf Digitalisierung setzen, um die fehlenden Arbeitskräfte zu kompensieren“, so Genth.

Gastgewerbe sieht Beschäftigungsfähigkeit bedroht

Das Gastgewerbe schlägt ebenfalls Alarm. Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, sagte zu BILD: „Wir gucken gerade mit Sorge auf die geplante Reform. Die jetzt geleakten Pläne der Renten-Kommission haben dramatische Auswirkungen. Sie greifen unsere Beschäftigungsfähigkeit an.“ Auch Schimke warnt vor mehr Schwarzarbeit: „Wenn Anreize fehlen, mehr Netto vom Brutto zu bekommen, dann ist nicht auszuschließen, dass Menschen sich in die Schwarzarbeit zurückziehen und vom regulären Arbeitsmarkt verschwinden.“

Zusammenfassung: Droht ein Rückschritt?

Die geplante Abschaffung der Minijobs durch die Renten-Kommission stößt auf breite Kritik von Experten und Wirtschaftsverbänden. Sie befürchten einen massiven Anstieg der Schwarzarbeit um mindestens 25 Milliarden Euro sowie negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die betroffenen Branchen. Die Diskussion um die Zukunft der Minijobs bleibt damit kontrovers.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration