Pflegenotstand: 40% der Pflegekräfte haben keinen deutschen Pass
Pflegenotstand: 40% der Pflegekräfte ohne deutschen Pass

Eine aktuelle Auswertung der Jobplattform Pflegia zeigt, dass fast vier von zehn auf der Plattform registrierten Pflegekräften keinen deutschen Pass besitzen. Grundlage der Analyse sind anonymisierte Daten aus 55.339 Befragungen, die zwischen dem 1. November 2024 und dem 1. November 2025 durchgeführt wurden. Demnach geben über 23.000 registrierte Pflegekräfte an, keine deutsche Staatsangehörigkeit zu haben – das entspricht 39 Prozent.

Regionale Unterschiede: Berlin, Baden-Württemberg und Bremen vorn

Besonders hoch ist der Anteil internationaler Pflegekräfte in den Stadtstaaten und wirtschaftsstarken Regionen. In Berlin liegt er laut Pflegia bei 55 Prozent – mehr als jede zweite registrierte Pflegekraft hat dort keinen deutschen Pass. Es folgen Baden-Württemberg mit 53 Prozent und Bremen mit 52 Prozent. Deutlich niedriger fallen die Werte in mehreren ostdeutschen Ländern aus: In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Anteil 20 Prozent, in Sachsen-Anhalt 22 Prozent und in Brandenburg 28 Prozent. In den alten Bundesländern einschließlich Berlin liegt der Anteil bei über 44 Prozent, in den neuen Bundesländern dagegen nur bei 25 Prozent.

Arbeitserlaubnis: Großteil der internationalen Pflegekräfte sofort einsetzbar

Die Auswertung zeigt auch, dass knapp 83 Prozent der internationalen Bewerber bereits über eine gültige Arbeitserlaubnis verfügen. Rund zehn Prozent haben keine, bei etwa sechs Prozent läuft das Verfahren noch. In Berlin ist der Anteil mit Arbeitserlaubnis mit mehr als 85 Prozent am höchsten, gefolgt von Brandenburg und Bremen mit jeweils rund 84 Prozent. Etwas niedriger liegen Schleswig-Holstein, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit Werten zwischen 79 und 81 Prozent.

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Herkunftsländer: Syrien, Ukraine und Türkei dominieren

Die größte Gruppe internationaler Pflegekräfte stammt aus Syrien: 2.589 Bewerber entsprechen zwölf Prozent der ausgewerteten internationalen Profile. Dahinter folgt die Ukraine mit 1.789 Stellensuchenden (acht Prozent) und die Türkei mit 1.391 Bewerbern (sieben Prozent). Weitere wichtige Herkunftsländer sind Afghanistan, Indien, Polen, Rumänien, Marokko, Irak und Iran. Felix Westphal, Gründer und Geschäftsführer von Pflegia, betont: „Ohne internationale Pflegekräfte ist die Versorgung in Deutschland heute schon nicht mehr aufrechtzuerhalten.“ Dass so viele von ihnen bereits eine Arbeitserlaubnis hätten und kurzfristig einsetzbar seien, sei „ein erhebliches Potenzial, das der Arbeitsmarkt aktiv nutzen muss“.

Bis 2034 drohen 350.000 fehlende Pflegekräfte

Bis 2034 könnten nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes rund 350.000 Pflegekräfte fehlen. Westphal fordert daher bessere Rahmenbedingungen für Integration, Anerkennung und berufliche Bindung, um internationale Fachkräfte langfristig zu halten und die prognostizierte Lücke zu schließen.

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