Vier Tage Stillstand: ÖPNV-Streik legt Dessau-Roßlau lahm
Der öffentliche Nahverkehr in Dessau-Roßlau steht seit heute still und wird bis einschließlich Sonntag, den 22. März 2026, vollständig lahmgelegt. Grund dafür sind Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi, die nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgerufen wurden. „Der Streik ist in vollem Gange und der Betrieb in Dessau-Roßlau steht still“, erklärt Gewerkschaftssekretär Wieland Krämpfe. Die Beteiligung an den Arbeitsniederlegungen sei hoch, was die Gewerkschaft zufrieden stimmt, doch die Lage bleibe angespannt.
Gescheiterte Verhandlungen und harte Forderungen
Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Arbeitgeberverband sind ergebnislos verlaufen, was zum Streikaufruf führte. Zu den zentralen Forderungen der Gewerkschaft gehören:
- Eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
- Höhere Zuschläge für Überstunden und besondere Arbeitszeiten
- Verbesserte Arbeitsbedingungen zur Reduzierung der Arbeitsverdichtung
Laut Krämpfe habe der Arbeitgeberverband zwar Änderungen bei den Zuschlagszahlungen vorgeschlagen, doch diese würden für Bus- und Bahnfahrer keine echten Verbesserungen bringen – teilweise sogar Nachteile mit sich führen. „Das war für uns eine Kampfansage“, so Krämpfe, der die Enttäuschung über das Angebot betont. „Wir haben ein Angebot erwartet, keine neuen Forderungen“, fügt er hinzu.
Faire Arbeitsbedingungen im Fokus
Die Gewerkschaft betont, dass sich der Streik nicht gegen die Fahrgäste richtet, sondern um die Durchsetzung fairer Arbeitsbedingungen geht. „Es geht nicht darum, ob Schüler zur Schule kommen oder ältere Menschen einkaufen können – es geht um faire Arbeitsbedingungen“, sagt Krämpfe. Dennoch seien Mitarbeitende in der Leitstelle bereits mehrfach verbal angegangen worden, obwohl sie keine Verantwortung für den Streik tragen.
Mit den Arbeitsniederlegungen will Verdi auch auf die zunehmende Arbeitsverdichtung im Nahverkehr aufmerksam machen. „Die körperliche und gesundheitliche Belastung in diesem Beruf ist hoch“, erklärt Krämpfe. Die Gewerkschaft fordert Maßnahmen, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.
Ausblick und nächste Schritte
Nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt liegen dem Arbeitgeberverband neue Terminvorschläge für die kommende Woche vor. Eine Rückmeldung steht jedoch noch aus. Der Streik soll zunächst am Sonntag enden, doch wie es danach weitergeht, bleibt offen. Sollten die Verhandlungen erneut scheitern, könnten weitere Arbeitsniederlegungen folgen.
Die Situation in Dessau-Roßlau zeigt die anhaltenden Spannungen im öffentlichen Nahverkehr und unterstreicht die Dringlichkeit einer Einigung. Betroffene Bürger müssen sich bis auf Weiteres auf erhebliche Einschränkungen im ÖPNV einstellen.



