Die Alterssicherungskommission hat am Dienstag ihre 30 Empfehlungen an Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) überreicht. Das 80-seitige Dokument mit dem Titel „Empfehlungen der Alterssicherungskommission“ steht nun als PDF zum Download bereit.
Kernvorschläge: Langsamerer Rentenanstieg und Kopplung an Lebenserwartung
Die Kommission schlägt vor, die gesetzliche Rente künftig langsamer steigen zu lassen. Zudem soll die Rentenhöhe an die künftige Lebenserwartung gekoppelt werden. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Abschaffung der „Rente mit 63“, also des abschlagsfreien Renteneintritts nach 45 Versicherungsjahren.
Hintergrund und Einordnung
Die Rentenkommission wurde eingesetzt, um langfristige Lösungen für die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung zu erarbeiten. Angesichts der alternden Bevölkerung und steigender Lebenserwartung stehen die Sozialsysteme vor großen Herausforderungen. Die Vorschläge zielen darauf ab, das Rentensystem nachhaltiger zu gestalten und die Beitragssätze stabil zu halten.
Bundessozialministerin Bas erklärte: „Die Empfehlungen der Kommission sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Rentenfinanzen. Wir werden sie nun sorgfältig prüfen und in die politische Debatte einbringen.“
Weitere Details aus dem PDF
Das Dokument enthält detaillierte Berechnungen und Szenarien zur Entwicklung der Rentenfinanzen bis 2045. Neben der Abschaffung der Rente mit 63 wird auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und eine stärkere Berücksichtigung der Beitragsjahre diskutiert. Die Kommission empfiehlt zudem eine schrittweise Anhebung des Rentenniveaus, um Altersarmut zu vermeiden.
Reaktionen aus Politik und Verbänden
Die Gewerkschaften kritisierten die Vorschläge als unsozial. Verdi-Chef Frank Werneke sagte: „Die Abschaffung der Rente mit 63 ist ein Schlag ins Gesicht der langjährig Versicherten. Stattdessen müssen die Beitragszahler entlastet werden.“ Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hingegen begrüßte die Vorschläge: „Die Kopplung an die Lebenserwartung ist alternativlos, um die Rentenversicherung zukunftsfest zu machen.“
Bundeskanzler Merz kündigte an, die Empfehlungen in die Koalitionsverhandlungen einzubeziehen. „Wir werden einen breiten gesellschaftlichen Dialog führen, bevor wir konkrete Gesetze vorlegen“, so Merz.



