Die 33 Empfehlungen der Rentenkommission zur Gestaltung der künftigen Rente machen Hoffnung, dass man der demografischen Entwicklung trotzen kann. Dies schreibt Günter Marks, Redakteur für Politik und Wirtschaft bei der Funke Mediengruppe, in einem Kommentar. Bei der Rentenreform gehe es um weit mehr als um ein bloßes politisches Projekt – es gehe um Existenzen und um Menschen, die nach einem selbstbestimmten Arbeitsleben genauso selbstbestimmt weiterleben und auskömmlich versorgt sein müssten.
Prinzip der Umlage funktioniert nicht mehr ausreichend
Rentnerinnen und Rentner müssten sich darauf verlassen können, dass die Gemeinschaft für sie die Verantwortung übernimmt. So laufe das seit Generationen – eine beinahe familiäre Verpflichtung. Die Rentenkommission sei sich dieser Herausforderung bewusst gewesen. Immer weniger Beitragszahler müssten für immer mehr Beitragsempfänger zahlen. Dieses Prinzip der Umlage funktioniere nicht mehr ausreichend, weshalb etwa der kapitalgedeckte Bereich innerhalb der gesetzlichen Rente geschaffen werden solle.
Aktienmodell als größter Wurf
Das Aktienmodell sei der wohl größte Wurf der Kommission. Damit orientiere sie sich an erfolgreichen Beispielen wie Dänemark oder Schweden. Sie habe versucht zu lernen – das sei die beste Voraussetzung, um sich aus einer Krise zu bewegen, und habe Signalwirkung. Günter Marks betont jedoch, dass es um ein Gesamtpaket gehe: Der Anstieg des Renteneintrittsalters, die Abschaffung der Rente mit 63 und der Minijobs, die Erweiterung des Kreises der Beitragszahler sowie Gesundheitsvorsorge – alle 33 Punkte der Kommission wirkten zusammen.
Umsetzung als Ganzes gefordert
Dies betonten auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD). Die Empfehlungen müssten nun auch zusammen umgesetzt werden – und nicht zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder in den Bundestagsfraktionen aufgerieben werden, so der Kommentar.



