Die 66-jährige Ingrid Hombach aus Solingen könnte längst ihren Ruhestand genießen, doch sie arbeitet weiterhin als Intensivpflegerin im Städtischen Klinikum Solingen. „Ich hätte längst aufhören können, als Krankenpflegerin zu arbeiten“, sagt sie. Doch der Kontakt zu den Patienten sei ihr so wichtig, dass sie nicht aufhören möchte. Das berichtet DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 30/2026.
Warum die Rentnerin weiterarbeitet
Hombach ist gelernte Intensivpflegerin und hat jahrzehntelange Erfahrung. Sie könnte ihre Rente beziehen, doch sie entschied sich für einen Minijob im Krankenhaus. „Die Arbeit gibt mir viel zurück“, erklärt sie. Besonders die Dankbarkeit der Patienten und ihrer Angehörigen motiviere sie täglich. „Wenn jemand nach einer schweren Zeit lächelt, ist das unbezahlbar.“
Ihr Arbeitgeber, das Städtische Klinikum Solingen, schätzt ihre Erfahrung. In Zeiten des Fachkräftemangels in der Pflege sind erfahrene Kräfte wie Hombach besonders wertvoll. Sie arbeitet auf der Intensivstation, wo sie schwerkranke Patienten versorgt. „Ich kann mir kein schöneres Arbeitsumfeld vorstellen“, sagt sie.
Herausforderungen im Alter
Die körperliche Belastung ist hoch, aber Hombach hält sich fit. „Ich mache viel Sport und achte auf meine Gesundheit“, berichtet sie. Auch die Schichtarbeit sei anstrengend, aber sie habe sich daran gewöhnt. „Manche Kollegen sind jünger und haben mehr Kraft, aber ich habe die Erfahrung.“
Statistiken zeigen, dass immer mehr Rentner in Deutschland weiterarbeiten. Laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2025 rund 1,2 Millionen Menschen über 65 Jahre erwerbstätig. Viele von ihnen üben Minijobs aus, oft im Pflegebereich oder im Einzelhandel.
Gesellschaftlicher Wert der älteren Arbeitnehmer
Hombach betont, dass ältere Arbeitnehmer oft unterschätzt würden. „Wir haben viel Lebenserfahrung und können jungen Kollegen helfen“, sagt sie. Ihr Arbeitgeber fördert die Beschäftigung älterer Mitarbeiter und passt die Arbeitszeiten an deren Bedürfnisse an. „Das ist eine Win-win-Situation“, so eine Sprecherin des Klinikums.
Ingrid Hombach plant, noch einige Jahre weiterzuarbeiten. „Solange meine Gesundheit es zulässt, werde ich bleiben“, sagt sie. Ihr Engagement zeigt, dass der Ruhestand nicht für jeden das Ende des Berufslebens bedeutet. „Ich bin dankbar, dass ich meine Leidenschaft ausüben kann“, schließt sie.



