Sana Klinik Templin: Mitarbeiter fordern in aktiver Mittagspause Gehaltsangleichung
Sana Klinik Templin: Mitarbeiter fordern Gehaltsangleichung

Sana Klinik Templin: Mitarbeiter fordern in aktiver Mittagspause Gehaltsangleichung

Rund 50 nichtärztliche Mitarbeiter der Sana-Klinik in Templin haben am Donnerstag mit einer aktiven Mittagspause ihren Forderungen nach einer Angleichung der Gehälter an den Mutterkonzern Nachdruck verliehen. Die Aktion fand vor dem Eingang des Krankenhauses statt und markierte den Auftakt der Haustarifverhandlungen. Die Beschäftigten folgten damit einem Aufruf ihrer Tarifkommission, die von der Gewerkschaft Verdi unterstützt wird.

Elf Prozent weniger Gehalt als in anderen Häusern

Die versammelten Mitarbeiter kritisierten, dass es für Beschäftigte im Templiner Haus 37 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung immer noch elf Prozent weniger Entgelt als in anderen Häusern des Krankenhausverbundes in Berlin und Brandenburg gebe. „Es sei nicht hinnehmbar, dass diese Lohnlücke weiterhin besteht“, betonten die Demonstranten. Eine Mehrheitspetition mit 116 Unterschriften, die die Forderung nach gleichem Geld für gleiche Arbeit unterstützt, wurde an Klinikdirektor Florian Schulz übergeben.

Forderung soll notfalls mit Streik durchgesetzt werden

Bei der ersten Verhandlungsrunde habe die Arbeitgeberseite kein Angebot unterbreitet. Verdi-Gewerkschafter Marco Pavlik machte deutlich: „Wenn am Verhandlungstisch nicht reagiert wird, dann kommt es darauf an, dass möglichst viele Mitarbeiter nicht nur die Lippen spitzen, sondern auch bereit sind, bei einem Warnstreik zu pfeifen.“ Diese Aussage fand viel Zustimmung unter den Anwesenden.

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Mitarbeiter wie Jennifer Lubitz und Tammy Roschlock unterstützten die Forderung mit Trillerpfeifen während der aktiven Mittagspause. Doris Hänschke äußerte ihre Enttäuschung: „Uns fehlt es an Wertschätzung. Die Konzernleitung sollte sich schämen, dass die Mitarbeiter in Templin nach so langer Zeit immer noch keine 100 Prozent bekommen.“ Annett Jacob ergänzte: „Es wäre doch einfach nur gerecht, wenn wir genauso viel verdienen wie die Kollegen in Berlin. Wir arbeiten genauso hart und manchmal sogar mit weniger Personal.“

Jahrzehntelange Ungleichheit und aktuelle Herausforderungen

Michael Jacob betonte, dass es Überwindung gekostet habe, für die eigenen Rechte einzustehen: „Aber seit zwei Jahrzehnten sind wir unter dem Dach von Sana und haben noch immer nicht die Angleichung der Gehälter.“ Beim Marsch um das Krankenhaus und mit lauten Sprechchören wurden auch Passanten auf die Forderung nach gleicher Bezahlung aufmerksam.

Verdi-Mitglied Kerstin Halbrock erklärte: „Wir haben sehr lange auf die schlechte finanzielle Situation der Klinik Rücksicht genommen.“ Sie wies darauf hin, dass wenn von Gehaltserhöhungen, die bei Sana in Lichtenberg erreicht werden, immer nur 89 Prozent bei den Templiner Kollegen ankämen, sich die Lohnlücke sogar noch vergrößere. Susanne Köhler, Mitarbeiterin im OP, verdeutlichte: „Junge Leute zögen erst gar nicht her, wenn sie woanders 500 Euro mehr erhielten.“

Arbeitgeberargumente und tatsächliche Belastungen

Die Arbeitgeberseite habe die Gehaltsunterschiede vor allem mit den geringeren Fallzahlen in Templin begründet. Kerstin Halbrock widersprach diesem Argument: „Aber gerade in den vergangenen Monaten hatten wir mit Überbelegung und einer Vielzahl von Fällen mit erhöhtem Pflegeaufwand, vielen bettlägerigen Patienten zu tun. Außerdem mussten langzeitkranke Kollegen ersetzt werden.“ Sie betonte, dass sich dadurch viel Frust angestaut habe.

Sana verspricht Verhandlungen auf Augenhöhe

Krankenhausdirektor Florian Schulz nahm die Mehrheitspetition der Mitarbeiter entgegen und versprach, sich am Verhandlungstisch am 21. April wiederzusehen. Auf die Forderungen der Belegschaft angesprochen, antwortete Sana-Unternehmenssprecherin Kati Brand: „Die Beschäftigten leisteten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die medizinische Versorgung der Menschen. Ihr Engagement unter oft herausfordernden Bedingungen verdiene Anerkennung, Respekt und attraktive Arbeitsbedingungen.“

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Sie fügte hinzu: „Für 143 Kolleginnen und Kollegen und damit den Großteil unserer Mitarbeiter gilt der Haustarifvertrag. Dementsprechend nehmen wir die Forderungen der Gewerkschaft Verdi ernst und werden die Tarifverhandlungen auf Augenhöhe weiterführen.“ Inhaltlich wolle man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern.