Ein Landwirt aus dem oberbayerischen Landkreis Miesbach hat eine ungewöhnliche, aber effektive Methode gefunden, um seinen Kuhstall an heißen Sommertagen zu kühlen: Er nutzt eine Schneekanone. Die Idee kam dem 45-jährigen Milchbauern Stefan Maier, als er im Winter die Schneekanone auf der Skipiste sah. „Warum sollte das nicht auch im Stall funktionieren?“, fragte er sich.
Die Umsetzung: Schneekanone im Kuhstall
Maier installierte die Schneekanone in der Mitte seines Stalls, der Platz für 80 Kühe bietet. Die Kanone erzeugt feinen Nebel, der die Temperatur im Stall um bis zu fünf Grad Celsius senkt. „Die Kühe stehen deutlich ruhiger und geben mehr Milch“, berichtet der Landwirt. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf rund 3.000 Euro, der Betrieb sei mit etwa 50 Cent pro Stunde günstig.
Positive Resonanz von Tieren und Fachleuten
Die Kühe reagieren positiv auf die Kühlung. „Sie stellen sich direkt unter die Kanone und genießen die Erfrischung“, sagt Maier. Auch der örtliche Tierarzt Dr. Thomas Huber bestätigt den Nutzen: „Hitzestress ist ein großes Problem in der Milchviehhaltung. Diese Lösung ist einfach, aber sehr wirkungsvoll.“ Die Milchmenge sei seit der Installation um rund zehn Prozent gestiegen.
Nachahmer in der Landwirtschaft?
Die Idee verbreitet sich schnell in der Landwirtschaftsbranche. Der Bayerische Bauernverband zeigt sich interessiert. „Wir prüfen, ob diese Methode auch für andere Betriebe geeignet ist“, erklärt Sprecherin Anna Schmidt. Allerdings sei die Nutzung von Schneekanonen in Ställen nicht überall genehmigungsfähig. „Es kommt auf die örtlichen Gegebenheiten und die Wasserzufuhr an“, so Schmidt.
Maier selbst sieht seine Erfindung als Beitrag zum Tierwohl. „Wenn es den Kühen gut geht, geht es auch mir gut“, sagt er. Er hofft, dass andere Landwirte seinem Beispiel folgen – zum Wohle der Tiere und der Milchproduktion.



